Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan haben am Freitag in Mekka einen gemeinsamen Verteidigungspakt unterzeichnet, wie mehrere Nachrichtenagenturen unter Berufung auf eine Erklärung aller drei Regierungen berichten.
Kern des Abkommens: Ein bewaffneter Angriff auf einen der drei Staaten soll als Angriff auf alle gewertet werden. Unterzeichnet wurde der Verteidigungspakt vom saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman, den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif.
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Was steht im „Gemeinsamen Verteidigungsabkommen von Mekka“?
Das Abkommen trägt den Namen „Gemeinsames Verteidigungsabkommen von Mekka“. Laut einer gemeinsamen Erklärung der drei Länder, auf die Reuters verweist, soll es die kollektive Abschreckung gegen jede Form von Aggression stärken.
Zentral ist die Beistandsklausel: Ein bewaffneter Angriff auf einen der drei Staaten gelte als Angriff auf alle drei. Zusätzlich soll die Zusammenarbeit in allen Bereichen der Verteidigung ausgebaut werden.
Wichtig ist jedoch auch, was die Erklärung nicht enthält. Laut Reuters nannte sie keine konkreten Verpflichtungen. Es blieb offen, wie weit sich die Länder tatsächlich zu militärischem Handeln füreinander binden.
Militärische Zusammenarbeit
Die drei Partner bringen laut Reuters sehr unterschiedliche Stärken ein. Die Türkei verfüge demnach über die zweitgrößte Armee der Nato, Saudi-Arabien zähle zu den größten Ölexporteuren der Welt und Pakistan habe Atomwaffen.
Der in Islamabad ansässige Verteidigungsanalyst Abdullah Khan beschrieb den Pakt gegenüber AP als natürliche Weiterentwicklung jahrzehntelanger Beziehungen. Pakistan bringe militärische Erfahrung ein, Saudi-Arabien wirtschaftliche Stärke, die Türkei fortschrittliche Rüstungstechnik.
Die militärischen Verbindungen reichen weit zurück. Laut Reuters unterstützt Pakistan Saudi-Arabien seit Jahrzehnten bei der Ausbildung von Streitkräften, die Türkei und Pakistan tauschten Kriegsschiffe und Ausbildungsflugzeuge aus, und Saudi-Arabien sei ein bedeutender Abnehmer von Drohnen aus türkischer Produktion.
Saudi-Arabien: Keine nuklearen Bestrebungen
Der türkische Vizepräsident Cevdet Yilmaz betonte laut Reuters, das Abkommen richte sich nicht gegen ein bestimmtes Land. Ein türkischer Regierungsvertreter nannte es nach Angaben von AP „rein defensiver Natur“ und offen für weitere Länder.
Aus Saudi-Arabien hieß es laut AP ausdrücklich, das Abkommen ziele „weder auf den Aufbau einer militärischen Achse noch auf den Aufbau eines konfessionellen oder religiösen Blocks ab“. Auch mit „nuklearen Bestrebungen oder einem Wettrüsten“ habe der Pakt nichts zu tun.
Der Politikwissenschaftler Umar Karim von der Universität Birmingham erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, das Bündnis sei nach seiner Einschätzung „eindeutig auf den Iran ausgerichtet“. Es solle „dem neuen strategischen Ansatz des Iran entgegenwirken, der auf die Vorherrschaft in der gesamten Golfregion abzielt“. Die Türkei und Pakistan könnten aufgrund ihrer Grenzen zu Iran „eine andere Art von Einfluss“ auf Teheran ausüben.
Der Direktor des Ankara-Büros des Thinktanks German Marshall Fund, Ozgur Unluhisarcikli, sagte laut AP, das Abkommen spiegele den „wachsenden Wunsch nach mehr regionaler Stabilität“ der drei Länder wider. Demnach sehen die Türkei und Saudi-Arabien sowohl Iran als auch Israel als destabilisierend – Ankara mit stärkerem Fokus auf Israel, Riad auf Iran.
Das Büro des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu lehnte eine Stellungnahme laut Reuters ab. Der Iran äußerte sich zunächst nicht offiziell. Ebrahim Rezaei, Mitglied der Kommission für nationale Sicherheit und Außenpolitik des iranischen Parlaments, schrieb laut AP auf der Plattform X, ein „Papierabkommen“ mit der Türkei und Pakistan werde Saudi-Arabien keine Sicherheit bringen.
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