Energie

Saudi-Arabien will strategisch wichtige Öl-Pipeline teilweise wieder hochfahren

Nach Drohnenangriffen arbeitet Saudi Aramco an einer Umgehung der beschädigten Stelle der Ost-West-Pipeline. Für Europas Raffinerien ist der Ausfall besonders problematisch.

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Pipelines des Ölkonzerns Saudi Aramco in der saudischen Wüste

Pipelines des Ölkonzerns Saudi Aramco in der saudischen Wüste

© Bob Burch/Avalon

Saudi-Arabien will die strategisch wichtige Ost-West-Pipeline nach Informationen von Bloomberg innerhalb weniger Tage wieder mit etwa der Hälfte ihrer Kapazität betreiben. Der staatliche Ölkonzern Saudi Aramco arbeite an einer Umgehung des beschädigten Abschnitts, berichtete die Nachrichtenagentur unter Berufung auf eine mit den Plänen vertraute Person.

Die vollständige Leistung der Leitung soll demnach in etwa sechs Wochen wiederhergestellt werden. Weder Aramco noch das saudische Energieministerium bestätigten diesen Zeitplan zunächst. Auch das Wall Street Journal berichtete, ein eingeschränkter Betrieb könne früher beginnen, während die vollständige Reparatur mehrere Wochen dauern dürfte.

Die rund 1200 Kilometer lange Pipeline verbindet die Ölfelder im Osten Saudi-Arabiens mit dem Hafen Yanbu am Roten Meer. Sie kann täglich bis zu sieben Millionen Barrel Rohöl transportieren und ermöglicht Exporte unter Umgehung der Straße von Hormus. Seit der Schiffsverkehr durch die Meerenge infolge des Iran-Krieges stark eingeschränkt ist, gilt die Leitung als eine der wichtigsten Ausweichrouten für den globalen Ölmarkt.

Europa sucht Ersatz für saudisches Öl

Das saudische Energieministerium hatte die Pipeline am 10. September nach mehreren Angriffen in den Regionen Riad und Medina vorsorglich abgeschaltet. Bei den Angriffen seien auch Menschen verletzt worden, hieß es in einer von der staatlichen Saudi Press Agency veröffentlichten Erklärung. Zur Herkunft der Drohnen äußerte sich Riad nicht. Nach Angaben der irakischen Regierung starteten sie in der südlichen Provinz Maysan. Zu den Angriffen bekannte sich zunächst keine Gruppe.

Der Ausfall trifft vor allem europäische Abnehmer. Reuters zufolge sucht der polnische Raffineriekonzern Orlen nach Ersatzlieferungen, unter anderem aus der Nordsee. Saudi Aramco deckt demnach rund 40 Prozent seines Rohölbedarfs. Orlen erklärte jedoch, kurzfristig drohten keine Versorgungsengpässe.

Aramco versucht zugleich, die fehlenden Exporte über andere Wege auszugleichen. Der Konzern bietet asiatischen Kunden nach Reuters-Informationen zusätzliche Lieferungen an, die vor dem omanischen Hafen Sohar von Schiff zu Schiff umgeladen werden können. Einige europäische Kunden seien dagegen über Ausfälle ihrer für September geplanten Lieferungen informiert worden.

Ost-West-Pipeline ist Alternative für Straße von Hormus

Die Ost-West-Pipeline war zu einer zentralen Absicherung gegen Störungen an der Straße von Hormus geworden. Ihre Abschaltung zeigt nun, dass auch die wichtigste saudische Umgehungsroute angreifbar ist. Damit wächst der Druck auf einen Ölmarkt, der bereits unter eingeschränkten Transporten durch die Meerenge und Angriffen auf weitere Energieanlagen leidet.

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Die Aussicht auf eine teilweise Wiederaufnahme könnte die Versorgungsängste dämpfen. Die konkrete Angabe, dass schon binnen weniger Tage die Hälfte der Kapazität verfügbar sein soll, stützt sich bislang jedoch allein auf die anonyme Bloomberg-Quelle. Saudi-Arabien hat noch keinen offiziellen Termin für die Wiederinbetriebnahme genannt.

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