Pipeline-Angriff

Bericht: Saudi-Arabien setzt im Oktober Rohöllieferungen nach Europa aus

Saudi Aramco setzt im Oktober einem Bericht zufolge die Rohöllieferungen an europäische Abnehmer aus. Hintergrund ist ein Angriff auf eine wichtige Pipeline zum Roten Meer.

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Ölfeld in Saudi-Arabien: Eine wichtige Pipeline wurde nach einem Drohnenangriff vorübergehend stillgelegt.

Ölfeld in Saudi-Arabien: Eine wichtige Pipeline wurde nach einem Drohnenangriff vorübergehend stillgelegt.

© Ali Haider/EPA/dpa

Der staatliche saudische Ölkonzern Saudi-Aramco will europäischen Abnehmern im Oktober offenbar kein Rohöl liefern. Wie Bloomberg am Freitag unter Berufung auf mit der Entscheidung vertraute Personen berichtete, hat Saudi Aramco mindestens zwei europäischen Raffineriekunden mitgeteilt, dass sie im kommenden Monat kein Rohöl erhalten werden.

Europäische Kunden haben dem Bericht zufolge Lieferverträge, die eine stetige monatliche Versorgung gewährleisten sollen. Die Quellen erklärten laut Bloomberg, dass die Entscheidung alle europäischen Abnehmer betreffen soll und die Lieferungen im Oktober ausfallen.

Auch Reuters berichtete unter Berufung auf Handelskreise, dass Saudi-Arabien seine europäischen Kunden über die Stornierung einiger für September geplanter Rohöllieferungen informiert habe. Nach Angaben von Bloomberg beziehen europäische Raffinerien saudisches Öl hauptsächlich über den ägyptischen Mittelmeerhafen Sidi Kerir, der über eine Pipeline mit dem Roten Meer verbunden ist.

Angriff auf Ost-West-Pipeline

Hintergrund ist ein Angriff auf die wichtige Ost-West-Pipeline in Saudi-Arabien. Die Leitung war in der vergangenen Woche nach einem Drohnenangriff vorübergehend stillgelegt worden. Über sie wird Rohöl aus den Fördergebieten im Osten des Landes zum Hafen Yanbu am Roten Meer transportiert.

Nach Angaben von Bloomberg soll die Pipeline innerhalb weniger Tage teilweise wieder in Betrieb genommen werden. Mit einer vollständigen Wiederherstellung wird demnach innerhalb von sechs Wochen gerechnet, sagte eine Quelle gegenüber dem Finanzdienst.

Deutschland ist von saudischen Lieferausfällen vergleichsweise wenig direkt betroffen: 2025 kamen laut Statistischem Bundesamt 0,8 Prozent der deutschen Rohölimporte aus Saudi-Arabien.

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Bericht: Mehr Ölexporte aus dem Golf

Saudi-Arabien versucht unterdessen offenbar, einen Teil der ausgefallenen Exportmengen über eine andere Route auszugleichen. Reuters berichtete am Freitag unter Berufung auf mehrere Händlerquellen, Saudi Aramco habe für September und Oktober rund 60 Millionen Barrel Rohöl vom Golfhafen Ras Tanura verkauft. Das Öl soll demnach vor dem omanischen Hafen Sohar von einem Tanker auf einen anderen umgeladen werden.

Reuters zufolge belaufen sich die saudischen Exporte aus dem Golf damit auf durchschnittlich etwa eine bis 1,5 Millionen Barrel pro Tag. Zu den wichtigsten Abnehmern der zusätzlichen Mengen zählen demnach Raffinerien in China und Südkorea. Weitere Mengen sollen den Quellen zufolge nach Indien und Japan gehen.

Die zusätzlichen Exporte über den Golf können damit einen Teil der Lieferausfälle am Rotmeerhafen Yanbu ausgleichen. Saudi-Aramco äußerte sich auf Anfragen von Bloomberg und Reuters zunächst nicht zu den Berichten.

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