Da ist er wieder, der Klang des Geldes. Eine Münze fällt im Flur unserer Wohnung in Friedrichshain aufs Laminat und rollt davon. Sie ist schneller als mein Blick. Wenn eine Münze klimpert, werden auch die größten Verächter des Kapitals hellhörig. Und kaum jemand kann dem Drang widerstehen, sich nach einer Münze zu bücken. Selbst wenn die auf der dreckigsten Straße Berlins liegt. Für die Münze in unserem Flur gehe ich in die Knie wie ein Gläubiger in der Kirche, aber ich kann sie nicht finden.
Eigentlich habe ich keine Zeit, muss zurück an den Schreibtisch, wollte nur kurz Wasser trinken. Nun aber hole ich die Schuhe unterm Schrank hervor. Doch da ist keine Münze, nur Staub. Aber Geld ist doch wichtig, nicht nur jetzt, da die soziale Marktwirtschaft wieder mehr zum Kapitalismus wird. Für manche ist Geld alles, bis sie merken, was sonst noch zählt. Soll ich mich für diese Münze etwa durch den Staub wühlen?
Alltag
Saugt Putin zu Hause auch Staub wie wir und putzt Trump die Toilette?
Manchmal führt der Dreck unterm Schrank und auf den Straßen von Berlin zu Fragen nach dem Zustand der Demokratie. Aber vielleicht sind wir auch nur mächtig überreizt.
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Handfeger und Kehrblech: Inbegriffe für den Kampf gegen die Endgegner Schmutz und Staub.
© Maren Winter/imago
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