Sicherheit

Scharfschützen am U-Bahnhof: Bundeswehr bringt den Krieg nach Berlin

Das Bundeswehr-Wachbataillon führt in der kommenden Woche an mehreren Orten in Berlin eine Übung durch. Berlinerinnen und Berliner sollten mit Verkehrseinschränkungen rechnen.

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Soldaten während einer Übung.

Soldaten während einer Übung.

© Ina Fassbender/AFP

In Berlin finden in der kommenden Woche Teile einer Militärübung statt. Das Wachbataillon führt zwischen dem 17. und 21. November die Übung Bollwerk Bärlin III durch, teilte die Bundeswehr auf ihrer Webseite mit. Es werde der „Orts- und Häuserkampf sowie der Objektschutz verteidigungswichtiger Infrastruktur im urbanen Raum“ geübt. Dabei finden Teile der Übung den Angaben zufolge im öffentlichen Raum statt.

„Das Wachbataillon erfüllt im Verteidigungsfall seinen Kernauftrag in Berlin. Um diesen im Ernstfall möglichst effektiv wahrnehmen zu können, trainieren die Soldatinnen und Soldaten unter den realistischen Bedingungen der Großstadt“, hieß es weiter. So werde Handlungssicherheit bei den Soldatinnen und Soldaten geschaffen.

Scharfschützen am U-Bahnhof Jungfernheide

Geplant sind Aktionen am U-Bahnhof Jungfernheide, auf einem Trainingsgelände der Polizei namens „Fighting City“ in Ruhleben sowie auf dem Gelände des ehemaligen Chemiewerks Rüdersdorf.

Den Angaben der Bundeswehr zufolge üben die Soldaten am U-Bahnhof Jungfernheide, wie man sich in unterirdischen Anlagen bewegt. „Geprobt wird das Freikämpfen von Verkehrswegen, der Transport eigener Kräfte, das Abarbeiten der Verwundetenkette und das Festsetzen von Saboteuren“, heißt es. Geplant ist, die Übungen am 18., 19. und 20. November jeweils von 1 Uhr bis 4 Uhr morgens durchzuführen.

Die Bundeswehr weist weiter darauf hin, dass im Rahmen dieser Übung Scharfschützen in der Nähe der U-Bahnstation anwesend sein werden. „Dies dient lediglich der Lagedarstellung. Es besteht keine Gefahr, es wird keine scharfe Munition eingesetzt“, teilte die Bundeswehr mit.

Die Übungen Ruhleben und Rüdersdorf sollen bereits am Montag, dem 17. November, beginnen und drei Tage dauern. Hier üben die Soldaten demnach den „Schutz und die Sicherung von Regierungseinrichtungen“ sowie „die Bewachung von verteidigungswichtiger Infrastruktur“. Einen konkreten Zeitrahmen nannte die Bundeswehr an diesem Einsatzort nicht.

Militärkolonnen zu erwarten

Die Bundeswehr weist zudem darauf hin, dass es zu Einschränkungen im Verkehr und zu Umleitungen kommen kann. Außerdem sollten sich Berlinerinnen und Berliner auf eine erhöhte Präsenz von Einsatzfahrzeugen der Bundeswehr sowie von Soldatinnen und Soldaten einstellen. Es könnte zudem Kolonnen beziehungsweise Konvois von Militärfahrzeugen geben.

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Die Bundeswehr erklärt dazu, dass andere Autofahrer die Kolonnen nicht unterbrechen, sich also etwa nicht reindrängen dürfen. Die Fahrzeuge einer solchen Militärkolonne sind demnach alle mit einer blauen Flagge markiert. Nur das letzte Fahrzeug hat eine grüne Flagge und kann zusätzlich mit gelbem Blinklicht oder einer Warntafel ausgestattet sein.

„Seit dem Beginn des völkerrechtswidrigen russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hat sich die sicherheitspolitische Lage in Europa grundlegend geändert. Eine wirksame Landes- und Bündnisverteidigung ist dadurch wieder verstärkt in den Fokus gerückt“, heißt es zur Begründung der Bundeswehr für die Übung zu diesem Zeitpunkt.

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