Mittwochabend, 28. Oktober, 18.30 Uhr, die Geschäftsstelle der Linken in Neukölln. Zwölf bis 15 Menschen sitzen beisammen, drei von ihnen sind Frauen, die Autorin dieses Textes eingerechnet. Mit dabei ist Ahmed Abed, Fraktionsvorsitzender der Linken in der Neuköllner Bezirksverordnetenversammlung und umstrittener Kandidat für das Amt des Bezirksbürgermeisters. Als kleine Geste hat er für die Anwesenden eine Packung Sesamkekse mitgebracht. Es geht los.
An diesem Abend gründet sich die neue Basisorganisation Karl-Marx-Straße, eine von mehreren lokalen Gruppen der Neuköllner Linken.
Bevor es politisch wird, werden die Regeln erklärt: zwei bis drei Minuten Redezeit, eine quotierte Redeliste, damit möglichst alle zu Wort kommen. Auf seine basisdemokratische Struktur ist man hier stolz. Bei den größeren Bezirksmitgliederversammlungen dürfen alle Mitglieder mitentscheiden, nicht nur gewählte Delegierte. Eine solche Versammlung könne „ruhig auf 250 Leute aufwachsen“, sagt ein Mitglied, „und hoffentlich bald auch noch mehr“.
Linksextremismus
Schattenwelten der Berliner Linken: Ein Abend bei der Neuköllner Basis
Neukölln ist Hochburg und Sorgenkind der Berliner Linken. Ein Abend bei Ahmed Abeds Basisgruppe zeigt, warum der Streit um Antisemitismus nicht endet.
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Demonstranten mit Kufiya in Berlin: Eine Linken-AG aus Neukölln wirbt für die Kampagne „Kufiyas in Buchenwald“ (Symbolbild).
© Vasily Krestyaninov/imago
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