Der österreichische Schauspieler Helmut Berger („Die Verdammten“) ist tot. Nach Angaben seines Agenten starb Berger Donnerstag im Alter von 78 Jahren in seiner Heimatstadt Salzburg.
„Helmut Berger ist heute, am 18. Mai 2023 um 4 Uhr morgens friedlich, aber dennoch unerwartet, in seiner Heimatstadt Salzburg, kurz vor seinem 79. Geburtstag entschlafen! Wir danken für all die vielen Jahre der Freundschaft und Zusammenarbeit“, hieß es auf der Internetseite der Agentur.
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Geboren wird der Mann, der Helmut Berger wird, im Jahr 1944 als Helmut Steinberger im österreichischen Bad Ischl. Seine Kinder- und Jugendjahre verbringt er in Salzburg, die Familientradition als Hotelier wird ihm bald zu eng. Mit 18 Jahren flüchtet Berger nach London, schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch und nimmt Schauspielunterricht. Ein Fotograf entdeckt ihn als Model, aber Berger, jung, schön, unstet, zieht weiter nach Perugia, um Italienisch zu lernen.
Helmut Berger: Vom Filmstatisten zur Filmlegende
Bei Dreharbeiten als Statist in Volterra in der Nähe von Florenz lernt er 1964 Luchino Visconti kennen. Der Mailänder Starregisseur spricht den Jüngling an: „Da hat er sich in mich verguckt.“ Der 38 Jahre ältere Visconti machte den schönen Österreicher privat zu seinem Geliebten und beruflich zum Weltstar. „Für mich ist er der ausdrucksstärkste Schauspieler überhaupt“, beschreibt der Filmemacher seine Muse.
Der junge Salzburger sieht in Visconti den Mentor und die Vaterfigur. Später urteilt er: „Ich verdanke ihm alles.“ Der internationale Durchbruch gelingt Berger in der Rolle des pädophilen Industriellensohns Martin von Essenbeck in „Die Verdammten“. Die Darstellung bringt ihm eine Golden-Globe-Nominierung ein. Weitere Erfolge feiert er in den Visconti-Filmen „Ludwig II“ als schwuler Märchenkönig (1972) und in „Gewalt und Leidenschaft“ aus dem Jahr 1974. Berger arbeitet auch mit anderen Regisseuren. Vittorio De Sicas „Der Garten der Finzi Contini“ wird mit einem Oscar als bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet, in Massimo Dallamanos Literaturverfilmung „Das Bildnis des Dorian Gray“ gibt der extrovertierte Mime den Titelhelden.
Als Visconti stirbt, beginnt Bergers Stern zu sinken
Berger spielt mit Elizabeth Taylor, Romy Schneider und Burt Lancaster, seine Rollen machen auch ihn zum Star. Als erster Mann überhaupt posiert er 1970 auf dem Cover der Vogue. Helmut Newton fotografiert ihn, Andy Warhol erstellt Siebdrucke mit seinem Konterfei.
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Als Visconti 1976 stirbt, stürzt Berger in ein tiefes Loch und sein Stern beginnt zu sinken. Er tritt in B-Movies auf und arbeitet fürs Fernsehen. Danach sorgt er vor allem durch Negativschlagzeilen für Gesprächsstoff: Berger – der lebende Skandal. Das „Enfant terrible“ soll in einem Flugzeug randaliert haben, vor TV-Kameras gibt es Wutausbrüche. 1998 erscheint seine Autobiografie „Ich“, während eines Interviews mit dem Magazin Stern soll er angeblich einem Fotografen ins Gesicht geschlagen und danach einen Fotoassistenten sexuell belästigt haben. Schließlich habe er sogar sein Gemächt hervorgeholt.
Helmut Berger: „Je ne regrette rien“
In den folgenden Jahren macht Berger mehr mit Auftritten in Talkshows als mit schauspielerischen Leistungen von sich reden. In Thomas Gottschalks „Sixties Zeitreise“ kreuzt er 2010 stark alkoholisiert auf, 2012 bepöbelt er in der Talkrunde von Markus Lanz die anderen Gäste. Schließlich torkelt er 2013 vor dem Abflug ins australische Dschungelcamp sturzbetrunken zum Terminal, bereits nach zwei Tagen muss Berger das Camp verlassen.
Auf der Webseite seiner Agentur heißt es nun: „Vor vielen Jahren sagte mir Helmut Berger: „Ich habe drei Leben gelebt. Und das in 4 Sprachen! Je ne regrette rien!““
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