Achtsamkeit und Work-Life-Balance waren 1970 vermutlich auch in Kreuzberg noch Fremdwörter, als Rio Reiser „Macht kaputt, was euch kaputt macht“ schmetterte. Gleichwohl ist das Lied von Reisers West-Berliner Band Ton Steine Scherben ja ein Appell, besser auf sich achtzugeben; sich nicht selbstausbeutend ins (kapitalistische) System einzufügen.
All dies aber nicht in einer Wellnesssprache für linksgrüne Akademiker. Sondern als Lied vor allem für die Lehrlinge. Rio Reiser war kein Elfenbeinturm-Theoretiker. Nein, er wollte berühren – und glasklar verstanden werden. Um die Leute wachzurufen für die Rebellion. Reiser, der mit seinem älteren Bruder von Frankfurt am Main nach Berlin in die Oranienstraße zog, rüttelte am Status quo. Denn auch in Kreuzberg tobte der Klassenkampf.
Kino
Klassenkampf in Kreuzberg: „Scherbenland“ erzählt von Rio Reiser und seinen Erben
Gibt es Rebellion à la Rio Reiser noch? Die Filmemacher Lutz Pehnert und Ferdinand Hübner haben sich in Kreuzberg umgesehen – mit RapK und Maike Rosa Vogel. Ein Weckruf.
6 Min
Link kopiert
Die Artikel-URL wurde erfolgreich in Ihrer Zwischenablage gespeichert.
RapK in Kreuzberg: Sie singen von ihrem Kiez samt Gentrifizierung.
© Salzgeber
Werden Sie Teil des Ostablishments.
Sie haben bereits ein O+ Abo?
*