Während einer verdeckten Recherche sind in insgesamt 50 Kaufland-Filialen deutliche Hygienemängel aufgedeckt worden. Wie Team Wallraff und das Nachrichtenmagazin Stern berichteten, wurden etwa Mindesthaltbarkeitsdatum manipuliert und Mäuse- sowie Schimmelbefall gefunden.
Die Reporter des Sterns und der RTL-Sendung Team Wallraff hatten für die Recherche Dutzende Filialen untersucht. Dem Unternehmen werden Mängel bei Hygiene und Lebensmittelsicherheit vorgeworfen: In Bad Tölz sollen Beschäftigte an der Frischetheke mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum von Waren getrickst haben.
Demnach sollte ein kurz vor dem Ablaufen stehender und außerdem leicht verderblicher Garnelen-Kürbis-Salat mit einer frischen Charge vermischt werden. Dabei sagte eine Kaufland-Mitarbeiterin zu der verdeckten Reporterin: „Du weißt von nichts.“ Erst auf Nachfrage gab die Mitarbeiterin nach, und erklärte, sie könne auch hinten das ältere einfüllen, statt es gänzlich zu mischen.
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Kaufland gibt Schädlingsfall zu
Außerdem seien zum Beispiel defekte Kühltruhen und Schimmel an Produkten wie Ofenkäse dokumentiert worden. In Homburg soll es den Recherchen zufolge auch Mäuse gegeben haben. In den Aufnahmen ist zu sehen, wie die Tiere durch das Geschäft laufen. Die Reporterin will obendrein eingetrockneten und auch frischen Mäusekot festgestellt haben. Gegenüber dem Stern räumte eine Sprecherin einen „Schädlingsbefall“ ein.
Die Handelskette Kaufland tauschte daraufhin das Führungspersonal in zwei Märkten aus. Konkret geht es um Filialen im oberbayerischen Bad Tölz und im saarländischen Homburg. Dort sei man bereits mit einer neuen Führung im Einsatz, teilte das Unternehmen auf Anfrage mit. „Die Darstellungen in dem Bericht entsprechen in keiner Weise unseren strengen Vorgaben im Umgang mit Lebensmitteln sowie für Sauberkeit und Hygiene“.
Kaufland: Aktuell läuft eine Aufarbeitung
Kaufland teilte mit: „Bereits vor der Berichterstattung haben wir die Vorfälle umfassend überprüft und Maßnahmen zur Behebung der Mängel eingeleitet“. Ein Großteil sei mittlerweile behoben. Außerdem laufe aktuell eine umfassende und detaillierte Aufarbeitung, wie es zu diesen Vorfällen habe kommen können.
In den sozialen Medien veröffentlichte Kaufland auch ein Statement. In diesem rätselt die Kette, wie es überhaupt zu den gezeigten Mängeln kommen konnte. „Wenn es um Sauberkeit und Hygiene geht, haben wir sehr strenge Regeln und klare Kontrollen. Warum diese in den gezeigten Fällen nicht gegriffen haben, prüfen wir sehr sorgfältig.“
Kaufland hat seinen Hauptsitz in Neckarsulm im Norden Baden-Württembergs. Die Supermarktkette hat nach eigenen Angaben mehr als 770 Filialen und über 90.000 Beschäftigte in Deutschland. Kaufland ist wie der Discounter Lidl ein Tochterunternehmen der Schwarz-Gruppe.
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