Martin Schindler hat am Sonntagabend deutsche Dartsgeschichte geschrieben. Der gebürtige Strausberger, derzeit der beste deutsche Dartsspieler, zog bei der Europameisterschaft ins Finale ein. Er ist damit der erste Deutsche überhaupt, der ein Major-Endspiel erreicht hat. Vor über 6000 Fans in der Dortmunder Westfalenhalle unterlag er dort dem Engländer Ross Smith.
Schindler schreibt Darts-Geschichte und weint
Obwohl der Brandenburger zwischenzeitlich schon deutlich hinten lag, das Finale beim Stand von 2:8 schon früh verloren schien, kämpfte sich Schindler noch einmal heran. Am Ende setzte sich Smith trotzdem durch, „The Wall“, wie Schindler auch genannt wird, verlor mit 8:11. Smith war zum zweiten Mal Europameister. Doch der Verlierer des Spiels war es, der an diesem Tag Geschichte geschrieben hatte.
Vor dem Finale setzte sich Schindler gegen einige der besten Darts-Profis der Welt durch.
© Bernd Thissen/dpa
Nach dem Spiel kamen Schindler daher die Tränen. Als er sich bei den Fans bedankte, schwang der Stolz auf das Erreichte mit, aber auch die Enttäuschung über die verpasste Chance: „Als ich vor zehn Jahren gestartet bin, habe ich so etwas nicht erwartet. Jetzt habe ich ein Major-Finale erreicht und alles gegeben, um zu gewinnen. Danke, Dortmund, danke für die Unterstützung! Wir sind weit gekommen, ich hätte wirklich gerne mehr gemacht. Dennoch bin ich einfach glücklich, es hierhin geschafft zu haben.“
Siege gegen die besten Dartsprofis der Welt
Und sein Weg war bemerkenswert. Schindler stand vor dem Turnier nicht mehr unter den besten 20 der Weltrangliste. Trotzdem setzte sich der 30-Jährige gegen die Weltspitze durch. Jonny Clayton, die Nummer fünf der Welt, schlug er überraschend und klar mit 10:1. Auch Krzysztof Ratajski musste sich geschlagen geben, 10:6 hieß es am Ende. Der Pole hatte zuvor niemand Geringeren als Weltmeister Luke Littler aus dem Turnier geworfen.
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Trotz der starken Tage reichte es für „The Wall“ im Finale nicht zum ganz großen Wurf. Immerhin nimmt der Brandenburger aber 95.000 Euro Preisgeld mit. Durch seinen Auftritt rückte er in der Weltrangliste der PDC wieder unter die Top 20. Mit dem Finaleinzug hat er sich außerdem für den Grand Slam of Darts qualifiziert, der vom 11. bis 22. November ausgetragen wird. Dort bekommt er schon bald die nächste Gelegenheit, sich gegen die Weltspitze zu beweisen.
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