Schleichkatzen und Spitzmaulnashorn

BLZ
2 Min

Im Dezember 1999 führte der Berliner Zoo Schleichkatzen aus Madagaskar ein. Die Tiere stammen aus Beständen des Zoos der madegassischen Hauptstadt Antananarivo. Sie waren zuvor in freier Wildbahn gefangen worden. Der Zoo bezog zuletzt 1992 Tiere direkt aus freier Wildbahn: Grisons, eine Marderart, wurden aus Uruguay importiert. Für jeden Import dieser Art benötigen die Zoologischen Gärten eine Einfuhrgenehmigung des Bonner Bundesamts für Naturschutz, das dem Bundesumweltministerium angegliedert ist. Ebenfalls 1999 bekam der Berliner Zoo sechs große Haie aus niederländischen Beständen in Spezialkisten per Lastwagen geliefert. Die drei Ammenhaie und drei Schwarzspitzen-Riffhaie zählen zu den Attraktionen im neu eröffneten Haifischbecken. Haie, die länger werden als zwei Meter, hält das Aquarium aus Platzgründen nicht, da die Tiere sich dann nicht mehr in ausreichendem Maße bewegen könnten. Pandaweibchen Yan Yan flog 1995 im Frachtraum der Lufthansa-Maschine des Regierenden Bürgermeisters Eberhard Diepgen (CDU) von Berlins Partnerstadt Peking bis nach Berlin. Pandas gehören zu meistbedrohten Tierarten der Welt. Yan Yan ist eine Leihgabe, die zu Zuchtzwecken von den Chinesen an den Berliner Zoo abgegeben wurde. Doch aus der gemeinsamen Haltung mit dem Panda-Männchen Bao Bao gingen keine Jungtiere hervor. Auch mehrfache Versuche des Zootierarztes Reinhard Göltenboth, das Tier künstlich zu befruchten, schlugen fehl. Der Flusspferdbulle Ede hieß früher Onyx und lebte bis zum Sommer vor zwei Jahren im Zoo der tschechischen Hauptstadt Prag. Als Nachfolger von Nante soll der vierjährige Ede im Flusspferdhaus des Zoos mit den drei Kühen weiteren Nachwuchs "produzieren". Der anfangs nur eine Tonne schwere Bulle wurde von den Kühen zunächst jedoch als zu leicht befunden und durchs Wasserbecken gejagt. Im März 2000 brachte die Flusspferdkuh Polly dann ein Junges zur Welt.Nashornbulle Jasper kam im vergangenen Jahr per Lastwagen von Leipzig nach Berlin. Das achtjährige Spitzmaulnashorn soll im Berliner Zoo mit den drei weiblichen Artgenossen Junge zeugen. Im Berliner Zoo wird auch das Zuchtbuch für diese vom Aussterben bedrohte Tierart geführt. Das heißt, der Zoo bekommt aus allen Zoos der Welt Nachrichten darüber, wie sich die Population dieser Tiere in menschlicher Obhut verändert, ob Jungtiere geboren werden und welche Tiere auf Grund ihrer Verwandtschaft nicht zu Zuchtzwecken zusammenkommen können.

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