In der Kapelle von Schloss Hartenfels im sächsischen Torgau haben Fachleute mit der Untersuchung jahrhundertealter Wandmalereien begonnen. Im Fokus steht die Malerei an der Westwand neben der Orgel, die noch aus der Erbauungszeit des Schlosses Mitte des 16. Jahrhunderts stammt.
Die Malerei sei „außerordentlich bedeutsam“, teilte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz in Bonn mit. Überraschend sei, dass neben den bereits bekannten floralen Gestaltungen mit Ranken aus Laub- und Astwerk, Blüten, Schlingen und weiteren Verzierungen auch figürliche Darstellungen geschaffen worden seien. Die künstlerische Komposition sei zudem mit Engeln am Abschluss des Gewölbes gestaltet worden.
Anordnung und Symbolgehalt ließen „auf ein ursprünglich reiches und inhaltlich komplexes Bildprogramm schließen“, so die Stiftung. Die aktuellen Untersuchungen sollen die Befundlage weiter klären. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt das Projekt nach eigenen Angaben mit 19.600 Euro.
Antrag für Unesco-Welterbeliste
Die 1544 errichtete Schlosskapelle gilt als erster evangelischer Kirchenneubau und wurde vom Reformator Martin Luther (1483–1546) geweiht. Sie wird seit Februar 2024 als Einzelantrag auf der deutschen Vorschlagsliste für das Unesco-Welterbe geführt.
Das Renaissance-Schloss Hartenfels war neben Wittenberg das politische Zentrum der lutherischen Reformation. Es war Ende des 15. bis Mitte des 16. Jahrhunderts Hauptsitz der ernestinischen sächsischen Kurfürsten. (mit epd)
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