Schnelle Deals

Almut Schmidt
2 Min

Laut amerikanischer Formel muss man sich mit einem potentiellen Partner drei Mal treffen - erst dann geht es zur Sache. Es gibt aber auch die Form des Speed Datings - da legt man dann gleich los. In Deutschland ist jener Trend jedoch noch nicht sehr verbreitet.Speed Dating gibt es übrigens nicht nur zwischen Sexualpartnern, sondern auch in Geschäftsbeziehungen. Statt bei vielen Treffen hin und her zu überlegen und sich so zu verunsichern, dass es am Ende nicht zum Deal kommt, stimmt man beim Speed Dating schnell die jeweiligen Interessen miteinander ab - passt es, gibt es einen Handschlag; passt es nicht, wünscht man sich noch einen netten Abend.Mehr Speed Dating zwischen den Branchen will man nun auf der Frankfurter Buchmesse etablieren. Am Donnerstag lud der Börsenvereins des Deutschen Buchhandels in sein Berliner Büro - Buchmessen-Chef Juergen Boos stellte dort einen neuen Teilbereich der Messe vor: book meets film. In Speed Dating Sessions sollen Filmproduzenten, Redakteure und Verlage zukünftig miteinander Kontakt aufnehmen.Die Kooperation zwischen Buchmesse und Filmbranche begann schon im Februar auf der Berlinale. Und nun wird die Berlinale erstmals auf der Frankfurter Buchmesse im Forum "Film und TV" zu Gast sein und vier Literaturverfilmungen aus dem aktuellen Programm präsentieren. Zugleich finden "Film Talks" über die spezifischen Schwierigkeiten von Buchadaptionen statt.Berlinale-Chef Dieter Kosslick verspricht sich von der Zusammenarbeit viele neue "starke" Filmstoffe und den Abbau des Vorurteils gegen Literaturverfilmungen. "Damit hätten wir schon vor 20 Jahren beginnen sollen." Wovon Autoren überhaupt leben würden, fragt sich Produzent Stefan Arndt von X-Filme, und zieht an der Zigarette. Die sollten doch mal bei ihm vorbeikommen, immerhin gibt es für Filmrechte bei ihm bis zu 80 000 Euro. Und bei einem Gläschen Rotwein könnte man sich schon einigen.Ist also alles ganz einfach: Autoren schreiben nicht nur Romane, sondern haben besser auch schon die Bilder dazu im Kopf. Dann spazieren sie mit einer Rotweinflasche zum nächsten Produzenten. Im besten Fall, lassen sie sich nicht verunsichern. Übrigens gibt es auch dafür eine amerikanische Formel: take the money and run.

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