Fahrrad-Rowdy

Schneller als ein Kleinwagen: Polizei stoppt E-Bike mit 116 km/h

Die Polizei in Nottingham hat ein getuntes E-Bike mit 116 km/h beschlagnahmt – eines von über 60 sichergestellten E-Bikes und E-Scootern.

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Mit hohem Tempo durch die Stadt: Getunte E-Bikes erreichen teils ein Vielfaches der erlaubten 25 km/h. (Symbolbild)

Mit hohem Tempo durch die Stadt: Getunte E-Bikes erreichen teils ein Vielfaches der erlaubten 25 km/h. (Symbolbild)

© Imago

Auf der Autobahn wäre dieses Tempo völlig normal. Auf dem Fahrradweg ist es Wahnsinn: Im Zentrum der englischen Stadt Nottingham hat die Polizei ein E-Bike gestoppt, das bis zu 116 Kilometer pro Stunde erreichen soll.

Das Rad war massiv getunt. Wie die BBC berichtet, gehört die Sicherstellung zur „Operation Wrangel“ – einer Schwerpunktaktion, die seit November läuft.

Der Anlass: Immer wieder beschwerten sich Anwohner über E-Bikes und E-Scooter, die mit hohem Tempo durch Fußgängerzonen rasten. Die Polizei von Nottinghamshire reagierte – mit Kontrollen, Beschlagnahmungen und einem eigens angeschafften Messgerät, das die Höchstgeschwindigkeit verdächtiger Räder testet.

Erschreckende Bilanz: Nur jedes vierte E-Bike war legal

Das Ergebnis der Kontrollen dürfte selbst die Beamten überrascht haben. Von mehr als 100 gestoppten Rädern war weniger als ein Viertel legal unterwegs.

Mehr als 60 E-Bikes und E-Scooter hat die Polizei bislang sichergestellt, 38 Fahrer wurden rechtlich belangt. In einigen Fällen wurden Geldstrafen von über 1000 Pfund fällig – rund 1170 Euro.

Dazu kamen acht Punkte im britischen Führerscheinregister. Bei zwölf Punkten innerhalb von drei Jahren droht in Großbritannien ein Fahrverbot.

Für die Polizei geht es dabei um mehr als Raserei: Nach Angaben der Ermittler werden überpowerte E-Bikes auch für Drogenhandel und andere schwere Straftaten genutzt. Sergeant Dan Butler, Leiter der Operation, kündigte weitere Kontrollen an.

E-Bike-Regeln in Deutschland: Ab hier wird es teuer

Wer jetzt denkt, das sei ein rein britisches Problem: Auch hierzulande gelten klare Grenzen. Ein E-Bike zählt nur dann als Fahrrad, wenn der Motor maximal bis 25 km/h unterstützt.

Das betrifft laut ADAC vor allem Pedelecs: Der Motor hilft nur beim Treten, leistet höchstens 250 Watt und schaltet bei 25 km/h ab. Dann braucht es weder Führerschein noch Versicherungskennzeichen.

Schnellere Modelle gelten als Kraftfahrzeuge. S-Pedelecs mit bis zu 45 km/h benötigen ein Versicherungskennzeichen, mindestens die Führerscheinklasse AM und einen geeigneten Helm. Radwege sind für sie tabu – sie müssen auf die Straße.

Wer sein E-Bike tunt, riskiert also nicht nur Bußgelder, sondern im Ernstfall auch den Verlust des Versicherungsschutzes. Vor dem Kauf oder Umbau lohnt deshalb ein Blick auf die Einstufung.

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