Berliner Startups

„Ich spüre eine Art Schockstarre und Skepsis“: Gründer Julian Teicke über Tech-Szene vor Linken-Regierung

Wefox-Gründer Julian Teicke erklärt im Interview, was Investoren aus Berlin vertreibt – und bei welchem Problem er der Linken recht gibt.

Katharina Erschov
Katharina Erschov
8 Min
Rund 5000 Start-ups haben ihren Hauptsitz in Berlin. In diesem Jahr erhielt die Szene 1,7 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt.

Rund 5000 Start-ups haben ihren Hauptsitz in Berlin. In diesem Jahr erhielt die Szene 1,7 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt.

© Kay Nietfeld/dpa

Die Berliner Linke steht nach ihrem Wahlsieg vor einer möglichen Regierungsverantwortung. Damit könnten Forderungen praktisch werden, die Teile der Tech-Szene alarmieren: Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände, strengere Bedingungen für öffentliche Start-up-Förderung und eine Wirtschaftspolitik, die Milliardengewinne von FinTech- und Start-up-Unternehmern ausdrücklich kritisch sieht.

Julian Teicke kennt die Branche aus eigener Erfahrung. Der Wefox-Gründer sammelte für sein Versicherungs-Start-up mehr als eine Milliarde Dollar ein. Im März 2024 gab er nach neun Jahren den CEO-Posten ab; kurz darauf geriet das Unternehmen in eine schwere Krise und musste restrukturiert werden. Die hohe Kapitalbewertung bezeichnete Teicke später selbst als großen unternehmerischen Fehler. Heute will er mit der Initiative „Berlin auf die 1“ und dem Gründer-Campus The Delta Berlin zur führenden europäischen Start-up-Metropole machen.

Was erwartet Teicke von einer möglichen Linken-Regierung – und welche Reaktionen erlebt er bereits bei Investoren und Gründern?

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