Bei einer Amoktat am Welfen-Gymnasium in Schongau sind am Mittwoch zwei 13-jährige Schülerinnen schwer verletzt worden. Der mutmaßliche Täter, ein 16-jähriger ehemaliger Schüler der Schule, wurde festgenommen. Nach Angaben der Polizei besteht für die beiden Mädchen keine Lebensgefahr. Die Ermittler gehen von einem Einzeltäter aus.
Schuss versagte – Angriff mit Messer
Zeugen meldeten den Angriff gegen 13 Uhr, wie Bundesinnenminister Dobrindt am Mittwochabend vor Ort sagte. Der Tatverdächtige habe zu Beginn der Tat einen Schuss aus einer Schusswaffe abgegeben, die anschließend versagt habe. Danach habe der Jugendliche ein Messer gezogen und sei auf Schülerinnen losgegangen. Zwei Mädchen habe er „sehr schwer verletzt“, so Dobrindt. Die beiden Schülerinnen seien wohl zufällig in die „Schreckensbahn“ des Angreifers geraten.
Lehrer und die eingetroffenen Polizeikräfte hätten den Angreifer überwältigen können. Auch die verletzten Schülerinnen hätten sich vom Tatort entfernen können und seien anschließend von Polizisten versorgt worden. 17 Minuten nach der ersten Alarmierung sei der Täter überwältigt gewesen, sagte Dobrindt. Dadurch habe Schlimmeres verhindert werden können. Insgesamt waren 160 Einsatzkräfte vor Ort.
Täter in psychischer Ausnahmesituation
Nach Angaben Dobrindts befand sich der Jugendliche in einer psychischen Ausnahmesituation und war zuvor in Behandlung. Nähere Angaben dazu machte der Bundesinnenminister nicht. „Die Ermittlungen laufen“, sagte Dobrindt. Der 16-Jährige sei zunächst in Untersuchungshaft gekommen, entsprechende Verfahren zur Begutachtung fänden statt.
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte zuvor erklärt, der Verdächtige sei kroatischer Staatsbürger und möglicherweise in der Vergangenheit bereits durch Drohungen aufgefallen.
Mehrere Schüler mit Schock
Neben den zwei schwer verletzten Mädchen wurde zunächst nichts über weitere körperlich verletzte Schülerinnen und Schüler bekannt. Mehrere Schüler sollen aber einen Schock erlitten haben und mussten behandelt werden. Das Welfen-Gymnasium wird von rund 800 Schülern besucht.
Für Angehörige und Eltern von Schülern wurde eine Anlaufstelle am Feuerwehrhaus eingerichtet, wie die Polizei Oberbayern Süd auf der Plattform X mitteilte. Schongau liegt in Oberbayern südwestlich von München und hat rund 13.000 Einwohner. (mit dpa)
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