Bei einem Schießtraining sind am gestrigen Mittwoch drei Polizeibeamte des Landeskriminalamtes angeschossen worden. Ein Polizeisprecher teilte mit, es habe sich um einen Unfall gehandelt. Die verletzten Polizisten sind Personenschützer, die auf dem Polizei-Übungsgelände in der Charlottenburger Chaussee in Ruhleben ausgebildet werden. Sie sollen dort am Mittwochmorgen gegen 10.15 Uhr verletzt worden sein, als ein Beamter mit einer Maschinenpistole schoss. Die Waffe war mit scharfer Munition geladen. Die drei Verletzten sind 33, 34 und 37 Jahre alt.Unfallhergang noch unklarWie die Polizei weiter mitteilte, erlitt ein Beamter einen Oberschenkel-Steckschuss und ein anderer einen Armdurchschuss. Der dritte Personenschützer wurde durch einen Schuss ins Bein verletzt. Alle drei kamen zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus. Lebensgefahr besteht nach Polizeiangaben in keinem Fall. Am Donnerstag will die Polizei ausführlich über den Vorfall berichten. Bis zum Abend sei nicht klar gewesen, wie es zu dem Unfall kommen konnte.Nach Angaben von Polizeibeamten hat es in der Vergangenheit beim Training von Spezialeinheiten der Polizei "durchaus schon den einen oder anderen Zwischenfall" gegeben. "Das ist nie auszuschließen, weil die Leute ja bei den Übungen nicht wie auf einem Schießstand der Schutzpolizei in einer Reihe stehen. Da wird auf dem Übungsgelände im Gehen geschossen oder es bleibt plötzlich einer der Leute stehen und gerät dann in die Schusslinie seines Kollegen", sagte ein Beamter.150 Bodyguards in BerlinInsgesamt gibt es in Berlin 150 polizeiliche Personenschützer. Sie werden insbesondere zur Bewachung von Politikern oder wichtigen Zeugen eingesetzt. Das Polizei-Übungsgelände in Ruhleben ist das einzige in Berlin. Dort werden Polizeischüler ausgebildet, aber auch Beamte für den Einsatz in Ernstfällen trainiert, darunter die des Sondereinsatzkommandos der Polizei. Auf dem Gelände ist eine kleine Stadt aus Beton nachgebaut, samt Tankstelle und Supermarkt. (fk., sd.)
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