Kriminalität

Kreuzberg: Unbekannter schießt auf jungen Mann vor Café in der Graefestraße

Ein junger Mann wird am Freitagabend in Berlin-Kreuzberg vor einem Café angeschossen und schwer verletzt. Die Mordkommission ermittelt, der Schütze ist flüchtig.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
3 Min
Die Polizei war nach den Schüssen in der Graefestraße in Berlin-Kreuzberg im Einsatz.

Die Polizei war nach den Schüssen in der Graefestraße in Berlin-Kreuzberg im Einsatz.

© dts/imago

Nach Schüssen auf einen 22-Jährigen im Berliner Graefekiez sucht die Polizei weiter nach dem Täter. Der Mann saß am Freitagabend gegen 20.40 Uhr im Außenbereich eines Cafés in der Graefestraße Ecke Böckhstraße, als ein Unbekannter auf ihn schoss. Das Opfer wurde nach Polizeiangaben notoperiert, Lebensgefahr besteht demnach nicht mehr.

Kräfte der 25. Einsatzhundertschaft hatten die Schüsse selbst wahrgenommen, wie die Polizei in einer Mitteilung erklärte. Ein Ersthelfer versorgte den Verletzten, bevor Rettungskräfte ihn in ein Krankenhaus brachten. Der Schütze flüchtete vom Tatort. Die 2. Mordkommission des Landeskriminalamts hat die Ermittlungen wegen versuchten Totschlags übernommen.

Fahndung mit Hubschrauber

Bei der Suche nach dem Täter setzten die Beamten auch einen Hubschrauber ein, die Graefestraße wurde weiträumig abgesperrt. Polizisten durchsuchten Straßen, Hauseingänge und Gebüsche. „Wir versuchen, den möglichen Fluchtweg des unbekannten Schützen nachzuvollziehen“, sagte ein Polizeisprecher in einem beim Kurznachrichtendienst X veröffentlichten Video. Am Freitagabend wurden nach Angaben der Polizei zahlreiche Zeugen vernommen.

Die Polizei prüft mögliche Zusammenhänge zu früheren Schüssen im Graefekiez. Die Mordkommission stehe im Austausch mit der Sondereinheit „Ferrum“, die nach einer Zunahme von Schusswaffenkriminalität in Berlin im vergangenen Herbst beim Landeskriminalamt eingerichtet wurde, wie ein Polizeisprecher mitteilte.

Mehrere Vorfälle in diesem Jahr

Bereits am 19. März waren in der Graefestraße laut dpa mehrere Schüsse auf einen 23-Jährigen abgegeben worden, der sich mit einem Bekannten auf dem Bürgersteig aufhielt. Im Mai wurden vier Verdächtige gefasst. Ebenfalls im Mai schoss ein Unbekannter in der nahen Urbanstraße auf ein Auto, in dem vier polizeibekannte Männer im Alter von 24, 32, 35 und 55 Jahren saßen.

Nach ersten Ermittlungen waren zwei Täter auf einem Motorroller unterwegs, der Beifahrer stieg zum Schießen ab. Wenige Tage später fielen nachts Schüsse auf einen Spielplatz in der Urbanstraße, auf dem sich ein Mann aufhielt. Er blieb unverletzt, der Täter flüchtete laut Zeugen zu Fuß in Richtung Hermannplatz.

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Nach Angaben der Polizei stieg die Zahl der Schusswaffenanwendungen in Berlin im vergangenen Jahr auf 1119 Fälle. Die Sondereinheit „Ferrum“ versucht, mit ständigen Kontrollen gegen Schusswaffengewalt in der Hauptstadt vorzugehen.

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