Erfurt bekommt erstmals einheitliche Vorgaben für Bau und Sanierung seiner Schulen. Die neue Schulbauleitlinie legt verbindliche Standards für Neubau, Erweiterung und Sanierung fest, wie die Stadtverwaltung Erfurt am Donnerstag mitteilte. Sie richtet sich an die Fachämter der Stadt sowie an Architektur- und Ingenieurbüros.
Hintergrund ist das Programm zur Sanierung der kommunalen Schulen und zur Umsetzung des Schulnetzplans, das der Stadtrat 2022 beschlossen hat. An zahlreichen Schulstandorten besteht weiterhin erheblicher Sanierungsbedarf. Mit der Leitlinie müssen Grundanforderungen nicht bei jedem Projekt neu abgestimmt werden. Das soll Planungsaufwand sparen und Projekte schneller vom Beschluss zur Baustelle bringen.
Inhaltlich verlangt die Leitlinie barrierefreie und inklusive Gebäude, digitale Infrastruktur von Anfang an sowie flexible Räume für unterschiedliche Unterrichtskonzepte. Energieeffiziente Bauweise, erneuerbare Energien, ressourcenschonende Materialien und Natur- und Artenschutz gehören zu den Planungsgrundsätzen. Zugleich soll die Wirtschaftlichkeit über die gesamte Nutzungsdauer eines Gebäudes zählen. Besonderheiten einzelner Standorte oder pädagogische Schwerpunkte bleiben möglich.
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Ergänzt wird die Leitlinie durch die Erfurter Bemessungsgrundlage. Sie regelt, wie Schulkapazitäten berechnet werden und welche Räume eine Schule für den Betrieb braucht. Baudezernent Matthias Bärwolff sprach sich außerdem dafür aus, bauliche Standards über Stadt- und Ländergrenzen hinweg stärker zu vereinheitlichen: „Wir müssen beim Schulbau nicht jedes Mal das Rad neu erfinden.“ Laufende und abgeschlossene Projekte listet die Stadt im Schulbauportal der Stadt Erfurt auf.
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