In einer Gummihose steht der Bauarbeiter bis zu den Hüften im Wasser und dirigiert von dort aus einen Bagger. Der schwimmt auf einem Ponton in der Havel und reißt die "Irmgard" ab. In diesem alten, durchgerosteten Hausboot am "Großen Fenster" nahe Schwanenwerder war mehr als 20 Jahre die "Vereinigte Windsurfing Schule" untergebracht. Die Schule war der einzige Treff Berlins, wo der "Surf-Führerschein" gemacht werden konnte. "Jetzt müssen wir weg", sagt Surf-Lehrer Timon Hoffmann. Die Surfer suchen eine neue Heimat, weil es für sie zu teuer ist, Auflagen des Umweltschutzes zu erfüllen.Die Surfer müssen wegen der Trinkwasserbrunnen weichen, die in den 20er-Jahren am "Großen Fenster" angelegt worden sind. Um die Qualität des Trinkwassers nicht zu gefährden, müssen alle Stege 20 Meter vom Ufer weg ins Wasser verlegt werden. Alte Bootshäuser werden abgerissen. Nur die "Holstein" der Segelschule Hering bleibt als schwimmender Ponton."Wir haben seit 20 Jahren versucht, die Nutzung des Ufers durch Wassersportvereine einzuschränken", sagt Kerstin Hähnel, Sachbearbeiterin in der Wasserbehörde. Dazu zählt, dass die Wassersportler jährlich 25 000 Mark Pacht an den Bund zahlen müssen, um die Gewässer nutzen zu dürfen. Das ist überdies seit 1995 nur mit harten Auflagen möglich: Motorboote sind verboten, wenn sie nicht mit Elektromotoren ausgestattet sind. Auf dem Uferweg dürfen keine Autos fahren. Transporte sind nur übers Wasser möglich. Selbst die Müllfahrzeuge müssen mit einem Elektromotor ausgestattet sein. Im Gegenzug genehmigte die Wasserbehörde den Bau von Bootsanlagen außerhalb des "trinkwassergefährdenden Bereichs" ein Kompromiss zwischen Umweltschutz und Wassersport.Frau Hähnel findet es "erstaunlich, dass sich die Sportler auf unsere restriktiven Umweltschutzbedingungen eingelassen haben". Die 700 000 Mark für die notwendigen Bauarbeiten hat die "Wassersportgemeinschaft am Großen Fenster" (WAG) gesammelt, ein 1976 gegründeter Verein mit 150 Mitgliedern. Die Surfschule hat allerdings keinen finanziellen Beitrag geleistet. "Das ist für uns zu teuer", sagt Klaus Krawelitzky, Inhaber der "Vereinigten Windsurfing Schule".Die Bauarbeiten für die neuen Stege haben bereits begonnen. Im Frühjahr 2000 soll der erste Bauabschnitt, durchgeführt von der Wasserbaufirma WKL Legebruch, fertig sein. Das Bootshaus "Hamburg" wird im Herbst 2000 abgerissen, die letzten Stege ins Wasser verlängert. Erst im Frühjahr 2001 wird alles fertig sein, weil nur in der vegetationsarmen Zeit gebaut werden darf. "Wir hoffen, dass wir den vollen Betrieb in der nächsten Saison gewährleisten können", sagt der WAG-Vorsitzende Peter Czada.Im Rahmen des Röhrichtschutzprogramms soll außerdem das Ufer am Wannsee renaturiert werden. "Der beschädigte Schilfgürtel am ,Großen Fenster wird wieder hergestellt", sagt Holger Brandt von der Naturschutzbehörde. Ins Wasser werden drei bis vier Meter lange Palisadenpfähle, die 20 Zentimeter über den Wasserrand hinausragen, eingelassen, um das Röhricht zu schützen. Ob diese Arbeiten parallel zur Verlegung der Bootsanlegestellen oder später durchgeführt werden, stehe noch nicht fest."Der Schilfgürtel wird wieder hergestellt. " Holger Brandt von der Natur-schutzbehörde
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