Zwei Tage nach der Niederlage bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt bündelt Ministerpräsident Sven Schulze die Macht in der CDU. Der 47-Jährige übernimmt zusätzlich zum Regierungsamt auch den Vorsitz der Landtagsfraktion.
Schulze trat überraschend zur Wahl an und setzte sich in einer Kampfabstimmung gegen Amtsinhaber Guido Heuer mit acht zu sieben Stimmen durch. Erst wenige Stunden zuvor waren erste Gerüchte über eine mögliche Kandidatur Schulzes aufgekommen.
Ungewöhnliche Doppelrolle für einen Regierungschef
Bereits am Montagabend hatte der CDU-Landesverband eine personelle Neuaufstellung auf den Weg gebracht. Schulze kündigte eine Neuwahl des Landesvorstandes für Ende November oder Anfang Dezember an. Der Bundestagsabgeordnete Sepp Müller erklärte, für den Landesvorsitz kandidieren zu wollen. Auf die Frage, ob er selbst erneut antreten wolle, sagte Schulze: „Es ist im Moment nicht mein Plan.“
Die Wahl eines Ministerpräsidenten zum Fraktionsvorsitzenden ist ungewöhnlich, aber keine Premiere. So hatte sich der damalige rheinland-pfälzische Regierungschef Alexander Schweitzer im Mai dieses Jahres zum Vorsitzenden der SPD-Fraktion wählen lassen, ehe er das Regierungsamt an Gordon Schnieder (CDU) abgab. (mit dpa)
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