Eine Diskussion über Gegenwart und Zukunft der Oper. Eleonore Büning, Musikkritikerin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, war klug und witzig. Udo Zimmermann, designierter Chef der Deutschen Oper Berlin hatte sich Mühe gegeben und ließ das das Publikum spüren beim Ablesen seines Vortrages. Klaus Zehelein, Stuttgarter Opernintendant, trug frei, aber nicht weniger elaboriert seine Gedanken vor. Alle drei waren sich uneinig darüber, wie es zu tun war, aber sie waren alle für mehr Mut, mehr Ideen, für Ausgefallenes und Experimentelles. Aber warum zum Teufel tragen sie alle Uniform? Zehelein: schwarze Hose, schwarzer Pullover, schwarzes Jackett, schwarze Socken. Zimmermann auch schwarz, schwarz, schwarz, allerdings mit feinen grünen Streifen im Jackett. Büning: schwarz. Die Uniform der Kulturträger ist seit zwanzig Jahren schwarz. Schwarz aber ist die Farbe der Feiglinge, derer, die Angst haben, etwas falsch zu machen, derer, die mit einem gelben Hemd vor dem Spiegel stehen und voller Verzweiflung nach dem blauen Jackett greifen oder dem grünen und einfach nicht wissen, was passt zu einander? Schwarz erlöst sie aus dieser Verzweiflung. Schwarz ist ihre Rettung. Aber was soll man jemandem zutrauen, der sich noch nicht einmal traut, eine falsche Farbe zu tragen? Experimente macht ein anständiger Mensch immer zuerst am eigenen Leib. Die aber hier so laut nach dem Experiment, dem Mut riefen, die hatten schon Angst vor dem eigenen Bild im Spiegel. Man sollte im Kulturbetrieb eine Weile schwarz verbieten. Dann käme schon ganz von selbst Farbe hinein.Kulturverschwörung Oper, DeutschlandRadio Berlin, 18. Februar 2001. Am vierten März geht es um die Universität und da sprechen Lothar Romain, Gesine Schwan und Konrad Adam, 11.30 Forum der DG Bank, Pariser Platz.>
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