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Schweinezucht Binde: Wie konnte diese Anlage trotz Gerichtsbeschluss jahrelang weiterlaufen?

Eine Schweinezucht in der Altmark wurde teilweise ohne gültige Baugenehmigung errichtet – doch statt den Rückbau umzusetzen, will der Betreiber die Anlage erweitern.

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Die Schweinezucht steht schon länger in der Kritik. Mehr als 30.000 Tiere wurden dort gehalten. (Symbolbild)

Die Schweinezucht steht schon länger in der Kritik. Mehr als 30.000 Tiere wurden dort gehalten. (Symbolbild)

© Thorsten Gutschalk/imago

Seit Jahren wird um die Schweinezuchtanalge in Binde (Gemeinde Arendsee) im Altmarkkreis Salzwedel gestritten. Im Zentrum stehen bauliche Abweichungen von der ursprünglichen Baugenehmigung, eine mangelhafte Umweltprüfung sowie ein Großbrand, bei dem im April 2024 Tausende Tiere qualvoll starben.

Eigentlich wurde die Baugenehmigung für Teile der Anlage bereits im Juni 2023 vom Verwaltungsgericht Magdeburg aufgehoben. Im Juli 2024 bestätigte das Oberverwaltungsgericht Sachsen-Anhalt diese Entscheidung. Dem Urteil zufolge hätten die illegalen Teile der Anlage zurückgebaut werden müssen, berichtet der MDR. Doch seitdem ist nicht viel passiert. Stattdessen will der Betreiber der Anlage, die Schweinezucht Binde GmbH, die Anlage nun erweitern. Geplant sind laut Dokumenten, welche das Landesverwaltungsamt in Halle (Saale) veröffentlicht hat, unter anderem der Bau neuer Ställe, eines Heizhauses und einer Tankstelle.

Der Arendseer Bürgermeister Norman Klebe forderte zuvor gegenüber dem MDR, dass der Rückbau tatsächlich erfolgt. Die Stadt geht bereits seit Längerem juristisch gegen den Betrieb vor und will gerichtlich feststellen lassen, dass die Anlage mit ihren tausenden Sauen und Ferkeln ohne gültige Genehmigung betrieben wird. Aus Sicht der Stadt soll die Anlage zurückgebaut werden. Auch eine Bürgerinitiative und Tierschützer kämpfen seit Jahren gegen die Anlage.

Anlage ohne gültige Baugenehmigung errichtet

Im Jahr 2006 wurde von den Behörden genehmigt, die bestehende Anlage mit 7.200 Tierplätzen auf 30.440 Tierplätze zu erweitern. Tatsächlich wurden wesentliche Teile der Anlage abweichend von der erteilten Baugenehmigung errichtet. Spätestens seit 2007 wissen die Behörden davon Bescheid. 2013 erteilte das Landesverwaltungsamt eine nachträgliche Baugenehmigung – gegen den Willen der Stadt Arendsee, deren gemeindliches Einvernehmen die Behörde ersetzte. Wie es zu der Entscheidung kam, ist unklar. Diese nachträgliche Genehmigung wurde zehn Jahre später vom Gericht aufgehoben.

Am 12. April 2024 kam es dann zu dem verheerenden Großbrand. Mehrere Ställe wurden völlig zerstört, eine Halle brannte aus. Nach Angaben des Altmarkkreises Salzwedel starben 1.749 Sauen und 5.850 Ferkel in den Flammen oder erstickten am Rauch. Der Sachschaden wurde auf etwa eine Million Euro beziffert. Nach dem Unglück mobilisierten Tierschützer mit Mahnwachen gegen die Betreiber. Die Organisation PETA stellte Strafanzeige.

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Im April 2024 brach in der Schweinzucht in Binde ein großes Feuer aus: Tausende Tiere verendeten qualvoll.

Im April 2024 brach in der Schweinzucht in Binde ein großes Feuer aus: Tausende Tiere verendeten qualvoll.

© Freiwillige Feuerwehr Seehausen/dpa

Nach allem, was bekannt ist, steht hinter dem Betreiber der Schweinefarm das Schweizer Unternehmen Terra Grundwerte AG, welches die Anlage von der LFD Holding Anfang 2025 übernahm, berichtete zuvor die Altmark Zeitung. Auch die 2021 abgebrannte Schweineaufzuchtanlage in Alt Tellin (Mecklenburg-Vorpommern) gehört zur LFD-Holding. Rund 50.000 Tiere verloren im Feuer ihr Leben. Die Brandursache ist nach wie vor ungeklärt. Seit Juni 2026 ist die Betriebsgenehmigung für diese Anlage endgültig erloschen.

Wie die neuen Umbaupläne in der Schweinzuchtanlage in Binde mit dem vom Oberverwaltungsgericht bestätigten Urteil in Einklang zu bringen sind, ist bislang offen. Die Stadt Arendsee hält an ihrer Forderung nach einem Rückbau der als illegal eingestuften Anlagenteile fest.

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