Einstiges DDR-Kulthotel

Schwerin: Strandhotel in Zippendorf droht endgültig der Abriss

Das denkmalgeschützte Schweriner Strandhotel in Zippendorf, einst ein DDR-Feriendomizil, verfällt seit Jahren. Nun liegt der Stadt ein Gutachten vor.

OAZ
2 Min
Einst ein beliebtes DDR-Feriendomizil: Das Schweriner Strandhotel in Zippendorf.

Einst ein beliebtes DDR-Feriendomizil: Das Schweriner Strandhotel in Zippendorf.

© imago stock&people

Das Strandhotel Zippendorf, einst ein Aushängeschild des DDR-Tourismus, steht vor einer ungewissen Zukunft: Ein aktuelles Gutachten empfiehlt den Abriss des denkmalgeschützten Gebäudes, das seit über zwei Jahrzehnten leer und dem Verfall preisgegeben ist. Die Stadtverwaltung Schwerin und die Denkmalschutzbehörde prüfen derzeit die 800 Seiten umfassende Begründung, wie Bernd Nottebaum (CDU), Interims-Oberbürgermeister der Landeshauptstadt, am Dienstag im Hauptausschuss mitteilte.

Das Hotel, direkt an der Strandpromenade des Schweriner Sees gelegen, war zu DDR-Zeiten ein beliebtes Feriendomizil und bot vielen Urlaubern aus Ostdeutschland eine Auszeit vom Alltag. Auch nach der Wende blieb es ein Anziehungspunkt und zählte Prominente zu seinen Gästen. Besonders legendär waren die Herrentagspartys und die Nachtbar unter freiem Himmel. Heute zeugen nur noch die markanten blauen Markisen von dieser glanzvollen Vergangenheit – die Fassade bröckelt, die Fenster sind eingeschlagen, und Graffiti prägen das einstige Schmuckstück.

Die Pläne für die Zukunft des Strandhotels sorgen seit Jahren für Diskussionen. Dabei hatten sich Stadt, Bürger aus Zippendorf und der Eigentümer bereits vor Jahren schon auf einen Kompromiss geeinigt und hatte bereits Details zum Umbau, zu Geschosshöhen sowie zu zusätzlichem Bauland im Hinterfeld besprochen. Dann verkaufte der Eigentümer das Gebäude jedoch an Investoren. Diese möchten das Gelände nutzen, um Ferienwohnungen zu errichten, teilweise mit einer Erweiterung der Fläche und Eingriffen in den Naturschutz.

Verschwindet eine DDR-Erinnerung?

Das Strandhotel Zippendorf ist für viele Ostdeutsche ein Stück Heimatgeschichte und ein Symbol für die Urlaubskultur der DDR. Sollte der Abriss tatsächlich beschlossen werden, würde damit ein weiterer Teil ostdeutscher Geschichte verschwinden. Doch der Verfall des Gebäudes lässt auch die Frage offen, ob die Nostalgie allein ausreicht, um das Hotel zu retten. Die Entscheidung liegt nun bei der Denkmalschutzbehörde und der Stadtverwaltung, die sich mit den Empfehlungen des Gutachtens auseinandersetzen müssen.

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