Indonesien nimmt im Kampf gegen die schwersten Waldbrände seit mehr als zehn Jahren erstmals Hilfe aus dem Ausland an. Präsident Prabowo Subianto habe der Annahme von Unterstützung aus Nachbarländern zugestimmt, sagte Außenminister Arrmanatha Nasir nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Antara am Donnerstag in Jakarta.
Prabowo nannte den Rauch eine gemeinsame Umweltkrise der Region. „Die Brände sind in Indonesien, aber ihre Auswirkungen spüren unsere Nachbarn, deshalb begrüßen wir ihre Unterstützung“, wurde er von Antara zitiert. Zugleich meldete das indonesische Forstministerium am Freitag vier Tote bei Löscharbeiten im Nationalpark am Vulkan Bromo auf Java.
Der am Donnerstag neu ernannte Chef der indonesischen Katastrophenschutzbehörde prüft nun, welche Angebote beschleunigt angenommen werden sollen, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.
Rauch belastet mehrere Staaten
Die Brände wüten vor allem auf den Inseln Sumatra und Borneo. In den ausgedehnten Torfmoorgebieten schwelen die Feuer unter der Oberfläche weiter und brechen immer wieder neu aus. Hunderttausende Menschen in der Region leiden nach Angaben von Reuters unter Atemwegsproblemen. Der Rauch zieht auch in die Nachbarstaaten. In Malaysia und Osttimor blieben deshalb Schulen geschlossen.
Malaysia hatte bereits im September Hilfe in Aussicht gestellt. Bei einem Treffen mit Prabowo in Hambalang in West-Java nannte Vize-Regierungschef Ahmad Zahid Hamidi laut Antara ein Flugzeug, drei Hubschrauber und 52 Einsatzkräfte.
Zur Bekämpfung der Brände setzt Indonesien bereits umfangreiche Ressourcen ein. Bis Mitte Oktober waren daran rund 60.000 Feuerwehrleute, Soldaten, Polizisten, Forstbedienstete und Freiwillige beteiligt, sagte Außenminister Nasir laut Antara. Flugzeuge und Hubschrauber kämen für Löschflüge und zur künstlichen Regenerzeugung in besonders gefährdeten Gebieten zum Einsatz.
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