Schwierige Geschichte

Rainer Braun
2 Min

Ausführlich wird auch im Fernsehen über das Kriegsende vor sechzig Jahren berichtet, das geschieht meist sachlich und sehr informativ. Manchmal nur wird das Geschichtsbild ein wenig verzerrt. Das ZDF-Magazin "Frontal 21" zum Beispiel zeigte einen Beitrag über die Deutschen und die letzten Kriegstage. Moderator Theo Koll kündigte ihn mit markigen Worten an: "Der Vormarsch der sowjetischen Armee auf Berlin wird zum permanenten Kriegsverbrechen: Beutegier, Alkohol und schiere Verrohung, gesteigert durch Rachebefehle machen aus der Roten Armee eine Soldateska". Theo Koll gilt unter Kollegen, aber auch bei den Zuschauern als besonders kompetent, überzeugend und souverän. Mit derartigen Pauschalisierungen setzt er seinen guten Ruf allerdings aufs Spiel. (rbr.)----Historische Vergleiche sind eine schwierige Sache. Besonders für Nicht-Historiker. Über historische Ereignisse Witze zu machen, ist auch nicht so leicht. Besonders für Witzlose. Stefan Raab hat in einer seiner letzten Sendungen versucht, beides irgendwie miteinander zu verbinden - und ist selbstredend gescheitert. Anlässlich des bevorstehenden 60. Jahrestags der Bombardierung Dresdens verglich Raab die Bomberpiloten mit Touristen und sagte, ihr Flug nach Dresden sei ja auch ein Beleg für die Attraktivität der Stadt.Nicht nur Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt reagierte angesichts der Geschmacklosigkeit empört und verlangte in einem Brief an Raabs Chef, den ProSiebenSat.1-Vorstandsvorsitzenden Guillaume de Posch, eine Entschuldigung. Die kam prompt. Es habe ihm fern gelegen, die Opfer zu verhöhnen, ließ Raab über sein Management wissen. Für Stefan Raab scheint die Sache damit erledigt zu sein. Am Montag will er in seiner Sendung groß Karneval feiern. Ein sächsischer Radiosender hat allerdings jegliche Kooperation mit Raab inzwischen aufgekündigt. (mi.) ----Das Clubmagazin des ADAC, die Motorwelt, ist die auflagenstärkste Zeitschrift auf dem deutschen Markt. Kein Wunder, ist der ADAC doch einer der größten Vereine hier zu Lande. Einmal im Jahr wird denn auch groß gefeiert, beim ADAC-Ball. Ende Januar im Berliner ICC, so weiß die aktuelle Ausgabe der Motorwelt zu berichten, seien auch dieses Jahr 5 000 Gäste wieder begeistert gewesen von der "rauschenden Ballnacht". Eine Big Band habe geswingt, was das Zeug hielt, das Parkett habe gebebt, Überraschungsgäste seien in Überraschungslimousinen vorgefahren, schreibt das Clubblatt euphorisch. Die eigentliche Überraschung des Ballabends und das Gesprächsthema der nächsten Tage unterschlägt die Motorwelt: Während der Feier löste ein Feuerwerk die Sprinkleranlage aus. Teile des Saales standen unter Wasser, teure Ballkleider und aufwändig gestylte Damen-Frisuren wurden ruiniert. Aber sonst soll es wirklich ein schönes Fest gewesen sein. (mi.)

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