Mittelmeer

„Sea-Watch 5“ rettet zu Weihnachten 118 Menschen aus Seenot

Zwei Einsätze fuhr die „Sea-Watch 5“ an Heiligabend – 118 Menschen konnten aus Seenot im Mittelmeer gerettet werden, darunter 32 Kinder.

Team News epd
2 Min
Das Rettungsschiff „Sea-Watch 5“ hat erstmals Menschen aus Seenot im Mittelmeer gerettet.

Das Rettungsschiff „Sea-Watch 5“ hat erstmals Menschen aus Seenot im Mittelmeer gerettet.

© Daniel Bockwoldt/dpa

Das zivile Rettungsschiff „Sea-Watch 5“ hat erstmals Menschen aus Seenot im Mittelmeer gerettet. Die Crew des Schiffs habe in zwei Einsätzen an Heiligabend insgesamt 118 Menschen geborgen, wie die Organisation Sea-Watch am Montag in Berlin mitteilte. Zahlreiche der Geretteten haben an Erschöpfung, Dehydrierung und an chemischen Verbrennungen durch Öl-Meerwasser-Gemische, die sich in den Booten gebildet haben, gelitten, hieß es weiter.

Von den 118 Menschen seien 32 Kinder und unbegleitete Minderjährige, das jüngste von ihnen drei Jahre alt. Die Geretteten würden an Bord erstversorgt. Die italienischen Behörden wiesen dem Schiff laut Sea-Watch den rund 1150 Kilometer entfernten Hafen Marina di Carrara zu.

Vor Libyen: 54 Menschen aus überfülltem Schlauchboot gerettet

Die erste Rettungsaktion habe sich am 24. Dezember abends in internationalen Gewässern vor Libyen ereignet: Die Crew der „Sea-Watch 5“ habe 54 Menschen aus einem überfüllten Schlauchboot gerettet. Unmittelbar danach habe ein Notruf das Rettungsschiff erreicht. Auf Anweisung der italienischen Seenotrettungsleitstelle MRCC Rom fuhr die „Sea-Watch 5“ zu diesem Notfall und nahm noch einmal 64 Menschen an Bord.

Das Mittelmeer zählt zu den gefährlichsten Fluchtrouten weltweit. Seit Beginn des Jahres kamen laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) bei der Überquerung 2678 Menschen ums Leben oder sie werden vermisst. Die Dunkelziffer liegt vermutlich deutlich höher. Eine staatlich organisierte Rettungsmission gibt es zurzeit nicht.

„Sea-Watch 5“ erst seit sechs Wochen im Einsatz

Die „Sea-Watch 5“ war am 15. November von Vinaros an der Ostküste Spaniens aus zu ihrem ersten Einsatz aufgebrochen. Sie ist das dritte Schiff von United4Rescue – einem Bündnis, das maßgeblich von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) initiiert wurde.

Das zwölf Jahre alte Schiff wurde im November 2022 getauft und anschließend umgebaut. Es ist laut der Betreiberorganisation Sea-Watch mit 58 Metern Länge größer und effizienter als die bisherigen Schiffe, zudem in einem technisch einwandfreien Zustand und unabhängig von Jahreszeit sowie Wetter einsatzbereit. Die 29-köpfige Crew kann demnach Menschen besser an Bord versorgen.

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