Mit einem dröhnenden Ruf holt Jens Gerloff seine Mutterkühe von der Weide. Vierzig Tiere stehen auf der Koppel. „Ständiger Menschenkontakt funktioniert mit den Mutterkühen gar nicht“, sagt er. „Die musst du locken.“ Die Tiere sind draußen geboren, in der Natur, kennen kaum Stallwände. „Und dementsprechend ist ihr Verhalten auch ganz anders“, sagt der breitschultrige Mann mit einem sanften Lächeln. Es ist eine idyllische Szene, die wenig ahnen lässt, dass dieser Bauer zu denen gehört, die in den vergangenen Jahren immer wieder mit ihrem Trecker losgefahren sind, um gegen eine Politik zu protestieren, die sie als existenzbedrohend empfinden.
Landwirtschaft
Chronik eines angekündigten Zorns: Was ist sechs Jahre nach den Bauernprotesten geblieben?
Seit 2019 haben Landwirte in Deutschland mit Großdemonstrationen, Traktorkonvois und Straßenblockaden ihren Unmut zum Ausdruck gebracht. Was ist geblieben?
9 Min
Link kopiert
Die Artikel-URL wurde erfolgreich in Ihrer Zwischenablage gespeichert.
Jens Gerloff ruft seine Mutterkühe: Der Landwirt aus der Prignitz hat sich den Bauernprotesten schon vor Jahren angeschlossen.
© Emmanuele Contini/Ostdeutsche Allgemeine
Werden Sie Teil des Ostablishments.
Sie haben bereits ein O+ Abo?
*