In Tasmanien hat eine Petition zum Schutz des See-Elefanten Neil binnen 24 Stunden knapp 4600 Unterschriften gesammelt. Der Text auf der Plattform Change.org fordert die Regierung des australischen Bundesstaates auf, eine Einschläferung des rund 1000 Kilogramm schweren Tieres kategorisch auszuschließen und stattdessen Schutzzonen sowie Bußgelder für Störungen einzuführen. Das berichtete das Nachrichtenportal Pulse Tasmania.
Auslöser ist eine Warnung der Wildtierbehörde vom Donnerstag. Kris Carlyon, Wildtierbiologe im Ministerium für natürliche Ressourcen und Umwelt, sagte auf einer Pressekonferenz in Hobart, es bestehe die Gefahr, Neil „zu Tode zu lieben".
Weltweit hätten Behörden große, potenziell gefährliche Tiere schon einschläfern müssen, wenn riskantes Verhalten des Publikums zu einer unbeherrschbaren Sicherheitslage geführt habe. Das sei nicht der bevorzugte Weg, müsse aber offen benannt werden.
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Selfies mit Babys neben dem Tier
Nach Angaben von Carlyon versuchen Schaulustige immer wieder, besonders nahe an Neil heranzukommen. Es habe Fälle gegeben, in denen Menschen ihre Babys für ein Foto dicht an das Tier herangetragen hätten. Die Behörde bittet darum, mindestens 20 Meter Abstand zu halten, mit Hunden 50 Meter. Eine Umsiedlung per Betäubung gilt laut Carlyon als riskante letzte Möglichkeit.
Neil wurde im Oktober 2020 im Südosten Tasmaniens geboren und kehrt seither zweimal jährlich an die Küste zurück, um zu ruhen und sich zu häuten. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP ist er der einzige männliche See-Elefant, der derzeit regelmäßig in Tasmanien an Land geht. Die Art pflanzt sich sonst auf den subantarktischen Inseln Macquarie und Heard fort. Seeelefanten können ausgewachsen bis zu 3500 Kilogramm wiegen und rund 4,5 Meter lang werden.
Schäden an Verkehrsschildern und Zäunen
Bei seinem zwölften Landgang hat Neil laut AP Verkehrspoller verbogen, ein Warnschild beschädigt und beim Versuch, ihn zu überklettern, einen Zaun zerstört. Zeitweise legt sich das Tier mitten auf Straßen und legt den Verkehr in Ortschaften lahm. Auf TikTok folgen ihm nach Angaben der Agentur rund 1,4 Millionen Menschen – mehr als doppelt so viele wie Tasmanien Einwohner hat.
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Tasmanien ist ein australischer Bundesstaat mit der gleichnamigen Hauptinsel südlich des Festlands, von dem ihn die Bass-Straße trennt. Die frühere britische Kolonie ist der kleinste und am dünnsten besiedelte Teil Australiens.
Die Petition verlangt keine Sperrung von Stränden oder Orten, sondern begrenzte „Sicherheitszonen" um den jeweiligen Ruheplatz. Hauptstraßen sollen offen bleiben, lediglich Parken und Fahren in unmittelbarer Nähe sollen eingeschränkt werden. Als Warnung verweisen die Unterzeichner auf das Walross Freya, das 2022 in Norwegen eingeschläfert wurde, nachdem Warnungen an das Publikum wirkungslos geblieben waren.
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