Der bundeseigene Energieversorger Sefe mit Hauptsitz in Berlin, ehemals Gazprom Germania, hat sich nach eigenen Angaben große Gasmengen für die kommenden fünf Jahre gesichert. Der Rohstoffhändler Trafigura soll ab dem 1. November 2026 jährlich 30 Terawattstunden (TWh) Erdgas liefern. Insgesamt umfasst der Vertrag 150 TWh.
Trafigura zählt neben Vitol, Gunvor und Glencore zu den vier großen unabhängigen Handelshäusern im weltweiten LNG-Geschäft. Der Konzern handelte 2025 nach eigenen Angaben 39,6 Millionen Tonnen Gas und LNG und bezeichnet sich als einen der größten Lieferanten deutscher LNG-Terminals.
Sefe schließt beim Trafigura-Vertrag russisches Gas aus – nennt aber keine Bezugsquellen
Woher das Gas für Sefe genau stammt und auf welchem Weg es Europa erreicht, bleibt allerdings offen. „Das Erdgas stammt überwiegend aus dem globalen Portfolio von Trafigura“, teilte Sefe auf Anfrage der Berliner Zeitung mit. Darüber hinaus mache das Unternehmen keine Angaben zu einzelnen Bezugsquellen oder Herkunftsländern. Zugleich bestätigte das Unternehmen: Lieferungen russischen Ursprungs seien „vertraglich ausgeschlossen“.
Auch konkrete LNG-Terminals, Pipelines und Transportwege nennt Sefe nicht. „Die Lieferungen erfolgen an einem europäischen Hub und tragen so zur Versorgungssicherheit in Deutschland und Europa bei“, heißt es in der Antwort. Weitere Angaben zu konkreten Lieferorten oder Transportwegen mache das Unternehmen nicht.
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MehrNeuer Vertrag erhöht die Liefermenge um rund 30 Prozent
Die Vereinbarung schließt an einen bestehenden Vierjahresvertrag an, der Ende Oktober ausläuft. Dieser umfasste nach Angaben von Sefe rund 23 TWh jährlich. Mit dem neuen Vertrag steigt die Liefermenge um etwa 30 Prozent.
Die Übergabe an einem europäischen Hub bedeutet, dass das Gas nicht zwingend an einem bestimmten deutschen LNG-Terminal ankommen muss. Händler können Mengen an virtuellen Handelspunkten übertragen, während das physische Gas über unterschiedliche Leitungen und Terminals in das europäische Netz gelangt.
Trafigura wurde 1993 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Singapur. Der nicht börsennotierte Konzern befindet sich im Besitz von mehr als 1400 Beschäftigten und Führungskräften, die Anteile am Unternehmen halten. Öffentliche Unterlagen von Trafigura geben zumindest Hinweise auf mögliche Quellen. Der Händler verfügt über langfristige LNG-Verträge mit US-Produzenten wie Cheniere und Freeport. Weitere Abnahmevereinbarungen bestehen unter anderem mit Oman LNG, Petronas aus Malaysia und Brunei Energy. Ob Gas aus diesen Verträgen an Sefe geliefert wird, lässt sich daraus nicht ableiten.
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Trotz Warnung vor „teuerstem LNG“: Sefe schließt 20-Jahres-Vertrag mit Kanada
Bund sichert einen Teil der Finanzierung ab
Zur Finanzierung des Geschäfts hat Trafigura einen fünfjährigen Kredit über 1,5 Milliarden Dollar aufgenommen. Ein Teil davon wird durch eine Garantie für ungebundene Finanzkredite, kurz UFK, des Bundes abgesichert, teilte Trafigura inzwischen mit.
An der Finanzierung sind neun Banken beteiligt; die KfW-IPEX-Bank übernimmt die Koordination. UFK-Garantien sollen die Beschaffung strategisch wichtiger Rohstoffe unterstützen und Finanzierungen gegen wirtschaftliche und politische Risiken absichern. Wie hoch der vom Bund garantierte Anteil des Kredits ist, sagt Trafigura nicht. „Sefe ist nicht Teil der Garantievereinbarung, sondern lediglich Abnehmer des Gases“, teilte das Unternehmen mit.
LNG: Sefe schließt einen 20-Jahre-Liefervertrag mit Kanada
Sefe erweitert sein internationales Portfolio derzeit mit mehreren Vereinbarungen. Erst am Montag hatte der Konzern einen 20-jährigen Abnahmevertrag mit dem kanadischen Projekt Ksi Lisims LNG bekannt gegeben.
Ab den frühen 2030er-Jahren soll Sefe jährlich eine Million Tonnen Flüssigerdgas erhalten. Diese Lieferungen sind nicht für Deutschland reserviert und können auch in anderen Ländern verkauft werden.
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