Seit 1997 stiegen die weltweiten Ausgaben für Kriegswaffen um 37 Prozent Fast die Hälfte entfällt auf Vereinigte Staaten / Deutschland drittgrößter Exporteur

USA treiben Rüstung auf Rekordhöhe

Holger Schmale Roland Heine Daniela Vates
2 Min

BERLIN. Der von den USA ausgerufene Krieg gegen den Terror treibt die internationalen Rüstungsausgaben auf neue Rekordhöhen. Wie das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri (Stockholm International Peace Research Institute) gestern mitteilte, wurden im vergangenen Jahr 1,204 Billionen US-Dollar (rund 902 Milliarden Euro) für militärische Zwecke ausgegeben. Das waren 3,5 Prozent mehr als im Vorjahr. In den vergangenen zehn Jahren sind die Rüstungsausgaben weltweit um 37 Prozent gestiegen.Den mit Abstand größten Rüstungshaushalt haben die USA: Sie gaben im Vorjahr 528 Milliarden US-Dollar für militärische Zwecke aus und standen damit allein für knapp die Hälfte der weltweiten Rüstungsausgaben. Bei der Steigerung gegenüber 2005 betrug der US-Anteil mit 62 Prozent sogar mehr als die Hälfte. China überholte mit 49,5 Milliarden US-Dollar erstmals Japan, das bislang den höchsten Militäretat in Asien hatte.Beim internationalen Waffenhandel ermittelte Sipri einen Anstieg um 50 Prozent seit 2002. Die weitaus größten Exporteure waren erneut die USA und Russland. Deutschland schob sich mit Rüstungsexporten von 9,2 Milliarden Dollar zwischen 2002 und 2006 auf Platz drei vor Frankreich.Grünen-Chefin Claudia Roth forderte, die USA als Spitzenreiter bei den Rüstungsausgaben müssten auch in der Abrüstung eine Führungsrolle übernehmen. "Die USA haben eine besondere Verantwortung, den gefährlichen Trend umzukehren." So müsse Washington endlich die Blockade gegen den Vertrag über die Begrenzung von konventionellen Waffen in Europa aufgeben. Auch mit dem geplanten Raketenabwehrsystem trieben die USA die Rüstungsspirale immer weiter voran. Es sei bedauerlich, dass die Bundesregierung das Thema Abrüstung beim G8-Gipfel nicht angesprochen habe.Der CSU-Außenpolitiker Karl-Theodor zu Guttenberg forderte, innerhalb der EU müsse vermehrt darauf geachtet werden, Doppelausgaben zu vermeiden. "Da haben wir noch hohen Lernbedarf", sagte Guttenberg der Berliner Zeitung. "Zum Beispiel braucht nicht jedes europäische Land mit Seezugang eine U-Boot-Flotte oder eine komplette Fliegerstaffel."Die Steigerung der Rüstungsausgaben in China sei kein gutes Zeichen, wenn es derzeit auch keine Anzeichen für "chinesische Kraftmeierei" gebe. "Das lässt einen nicht gerade ruhig schlafen", sagte Guttenberg. Er verwies auch auf die russischen Ausgaben, die in den vergangenen anderthalb Jahren drastisch gestiegen seien. (mit sch., vat.)Kommentar Seite 4,Politik Seite 7------------------------------"Die USA haben eine besondere Verantwortung, den gefährlichen Trend umzukehren." Claudia Roth, Grüne

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