„Unfuck Berlin“ steht auf den Plakaten, mit denen Volt derzeit um Aufmerksamkeit kämpft. Das Ziel ist ambitioniert: Die bislang nicht im Abgeordnetenhaus vertretene Partei will bei der Berlin-Wahl am 20. September erstmals die Fünf-Prozent-Hürde überspringen. Ganz aussichtslos ist das nicht. Bei der Europawahl 2024 kam Volt in Berlin auf 4,8 Prozent, nur rund 6000 Stimmen fehlten damals zur Fünf-Prozent-Marke.
Angeführt wird die Landesliste von der 44-jährigen Rechtsanwältin Anna Auerbach, auf Platz zwei folgt der 36-Paul Loeper. Volt tritt in allen 78 Berliner Wahlkreisen an und verspricht, die Hauptstadt mit Ideen aus anderen europäischen Städten wieder zum Funktionieren zu bringen.
Doch mitten im Wahlkampf sorgt ein eigener Kandidat für eine Debatte über den Kurs der Partei. Ludwig von Jagow, Volt-Direktkandidat in Steglitz-Zehlendorf, forderte Ende Juli in einem Gastbeitrag für den Cicero das Ende der Brandmauer zur AfD. „Sie wird bald fallen, und sie muss auch fallen“, schrieb von Jagow. Die AfD sei keine „Nazi-Partei“, die Brandmauer habe ihr vor allem genutzt. Im Interview mit der Berliner Zeitung widersprechen die Volt-Spitzenkandidaten deutlich. Von Jagows Äußerung sei eine „komplette Einzelmeinung“, sagt Auerbach.
Außerdem erklären Auerbach und Loeper, warum Volt schaffen soll, woran die etablierten Parteien ihrer Ansicht nach seit Jahren scheitern. Sie sprechen über Müll-Sheriffs und 300.000 neue Wohnungen und greifen Kai Wegners Digitalisierungspolitik an. Eine Koalition mit der AfD schließen sie kategorisch aus.
Wahlkampf
„Seit Jahren und Jahrzehnten wird Stillstand verwaltet“: Volt will Berlin „unfucken“
Volt will ins Abgeordnetenhaus. Die Spitzenkandidaten Anna Auerbach und Paul Loeper erklären, wie sie Berlin verändern wollen und warum eine Koalition mit der AfD nicht infrage kommt.
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Die Brandmauer muss bleiben – Paul Loeper und Anna Auerbach von der Partei Volt im Interview
© Henk Hogerzeil/Berliner Zeitung
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