Die Ukraine hat nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ein Unternehmen der russischen Weltraumorganisation Roskosmos in Samara angegriffen. „Dabei kamen Flamingo-Raketen zum Einsatz“, schrieb Selenskyj auf X. Die Raketen werden laut AP in der Ukraine selbst hergestellt. Die Entfernung zu der ukrainischen Grenze betrage etwa 900 Kilometer.
Nach Darstellung des ukrainischen Generalstabs, die Reuters wiedergibt, wurden direkte Treffer sowohl am Raketen- und Raumfahrtzentrum Progress in der Region Samara als auch an einem Militärflugplatz in der Region Nischni Nowgorod verzeichnet. An beiden Standorten seien Brände ausgebrochen.
Ukraine: Verbindung zu russischer Starlink-Alternative
Der Generalstab erklärte laut Reuters zudem, das Werk in Samara stelle Raketen her, mit denen Satelliten für das Breitbandnetz Rassvet ins All gebracht werden. Russland entwickelt dieses Netz laut Reuters als Alternative zu Starlink, das der Ukraine bei Drohneneinsätzen und der Kommunikation an der Front einen Vorteil verschafft.
Das Progress-Zentrum hat dem Bericht zufolge eine wichtige Rolle in den sowjetischen und russischen Raumfahrtprogrammen gespielt. Als Beispiel nennt Reuters die Produktion von Sojus-Raketen. Selenskyj erklärte, das Zentrum sei „unter anderem in der Elektronikproduktion“ tätig.
Selenskyj nannte auf X neben Samara zwei weitere getroffene Ziele. So habe man den Militärflugplatz Sawasleika erreicht, rund 700 Kilometer von der Ukraine entfernt. Dort seien Trägerflugzeuge für russische Raketen stationiert. Zudem gebe es nach seinen Worten eine Bestätigung für Schäden an einer Ölanlage in Ust-Luga, mehr als 800 Kilometer von der Grenze entfernt.
Russland meldet „massiven Angriff feindlicher Raketen“
Russlands Verteidigungsministerium meldete seinerseits, in den vergangenen 24 Stunden ukrainische Logistikzentren sowie Infrastruktur getroffen zu haben – darunter ein Lager für Langstreckendrohnen in der Region Tschernihiw, wie Reuters berichtet. Ukrainische Behörden gaben laut einem Bericht des Kyiv Independent an, dass bei russischen Angriffen in der Ukraine 49 Menschen verletzt und ein drei Monate altes Baby in der Region Dnipropetrowsk getötet worden seien.
Eine Bestätigung des Flugplatz-Angriffs aus Nischni Nowgorod von russischen Behörden lag Reuters zufolge nicht vor. Der Bürgermeister von Samara, Iwan Noskow, erklärte nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Interfax, die Luftabwehr habe einen „massiven Angriff feindlicher Raketen“ auf das Gebiet Samara abgewehrt. Dabei sei „industrielle Infrastruktur“ beschädigt worden, sagte Noskow, ohne einen konkreten Standort zu nennen. Reuters konnte die Berichte nach eigenen Angaben nicht unabhängig überprüfen.
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