Rüstung

Selenskyj: Ukraine setzt erstmals selbst produzierte ballistische Rakete FP-7 ein

Die Ukraine hat ihre selbst produzierte ballistische Rakete FP-7 nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj erstmals im Gefecht eingesetzt.

3 Min
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj

© Ludovic Marin/Pool AFP/dpa

Die Ukraine hat nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj erstmals ihre taktische ballistische Rakete FP-7 im Gefecht eingesetzt. Selenskyj schrieb am Donnerstag auf Telegram: „Ukrainische taktische ballistische Rakete FP-7. Erster Kampfeinsatz. Danke für das Ergebnis. Als Nächstes – Produktion.“

Dazu veröffentlichte er ein Video, das mutmaßlich den Abschuss der Rakete zeigt. Reuters zufolge machte Selenskyj keine Angaben dazu, wo die Rakete eingesetzt wurde oder gegen welches Ziel sie eingesetzt wurde.

Rakete mit Reichweite von bis zu 200 Kilometern

Die FP-7 wird von dem ukrainischen Rüstungsunternehmen Fire Point hergestellt. Reuters zufolge beschreiben ukrainische Militärexperten die Rakete als Kurzstreckenwaffe mit einer Reichweite von rund 200 Kilometern. Die Kyiv Post nennt ebenfalls eine Reichweite von bis zu 200 Kilometern und berichtet, die Rakete könne einen Gefechtskopf mit einem Gewicht von bis zu 150 Kilogramm tragen.

Laut Kyiv Post wurde die Entwicklung der FP-7 und der weiter reichenden FP-9 im September 2025 offiziell bekannt gegeben. Die FP-7 absolvierte demnach im Februar 2026 ihren ersten Testflug. Die FP-9-Rakete, die ebenfalls von Fire Point entwickelt wird, soll laut Reuters eine Reichweite von 850 Kilometern erreichen können und nach Unternehmensangaben bis Ende des Jahres einsatzbereit sein.

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Vergleich mit ATACMS

Reuters zufolge haben Militärexperten die FP-7 mit dem US-amerikanischen Army Tactical Missile System (ATACMS) verglichen. Die Rakete sei jedoch deutlich günstiger. Auch der Gründer und Chefentwickler von Fire Point, Denys Shtilerman, verglich die FP-7 laut Kyiv Post mit ATACMS und sagte, sie koste ungefähr halb so viel.

Fire Point gibt laut Reuters an, dass das Unternehmen die FP-7 im Rahmen des europäischen Raketenabwehrprogramms Freyja als ballistischen Abfangflugkörper entwickelt. Im Juli hatten die Ukraine und westliche Verbündete eine Luftverteidigungskoalition angekündigt, in deren Rahmen das Freyja-Projekt vorangetrieben werden soll. Ziel sei es, ein kostengünstigeres Raketenabwehrsystem als Alternative zum US-amerikanischen Patriot-System zu entwickeln.

Das Patriot-System gehört zu den wichtigsten Bausteinen der ukrainischen Luftabwehr gegen russische Raketen- und Drohnenangriffe. Jedoch sind die Bestände weltweit auch aufgrund des Iran-Kriegs zurückgegangen. Kiew fordert seit Monaten mehr Abfangraketen und strebt zugleich eine eigene Fertigung im Land an.

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