Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seine Bereitschaft zu einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin im Rahmen möglicher Waffenruhe-Verhandlungen in der Türkei unterstrichen. „Wir werden alles tun, um sicherzustellen, dass dieses Treffen stattfindet“, sagte Selenskyj am Dienstag vor Journalisten in Kiew. Er werde zudem „alles tun“, um eine Waffenruhe zu vereinbaren.
Sollte Moskau Gespräche mit Kiew in der Türkei ausschlagen, müsse der Westen die bis dato stärksten Sanktionen über Russland verhängen, forderte Selenskyj. „Dies sollte das stärkste Sanktionspaket sein“, sagte der ukrainische Präsident. Ein Fernbleiben Moskaus wäre „ein klares Signal, dass sie den Krieg nicht beenden wollen und werden.“
Trump erwägt Reise zu Ukraine-Treffen in Istanbul
Eine mögliche Teilnahme von US-Präsident Donald Trump begrüßte der ukrainische Präsident indes. „Ich denke, es wäre ein weiterer Anstoß für Putin zu kommen“, sagte Selenskyj. Trump hatte am Montag vor seinem Abflug zu einer mehrtägigen Nahostreise gesagt, dass er darüber nachgedacht habe, tatsächlich dorthin zu fliegen. Der US-Präsident ergänzte auf Nachfrage: „Ich würde hinfliegen, wenn ich denke, dass es hilfreich wäre.“
Selenskyj warf dem russischen Präsidenten vor, nicht an einem Frieden interessiert zu sein. „Ich glaube, Putin will kein Ende des Krieges, keine Waffenruhe, überhaupt keine Verhandlungen.“ Der ukrainische Präsident verkündete zudem ein Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan in Ankara. Das Treffen werde am 14. oder 15. Mai stattfinden.
Bericht: Putin wird nicht zum Gipfel mit Selenskyj nach Istanbul reisen
Putin hatte am Wochenende als Reaktion auf einen europäischen Vorstoß zu einer 30-tägigen Feuerpause in der Ukraine direkte Verhandlungen mit der ukrainischen Seite in Istanbul vorgeschlagen, der ab Montag geforderten Waffenruhe aber bislang nicht zugestimmt. Der ukrainische Staatschef Selenskyj erklärte sich daraufhin bereit, nach Istanbul zu reisen und dort mit Putin zu verhandeln. Ob das Treffen zustande kommt und auf welcher Ebene, ist noch völlig offen.
Nach Informationen der Website gulagu.net, die dem Föderalen Schutzdienst Russlands (FSO) angeblich nahesteht, plant Putin (Stand Dienstag, 9.30 Uhr) nicht nach Istanbul zu fliegen. Derweil werde ein Flugzeug für den russischen Außenminister Sergej Lawrow und Putins Berater Juri Uschakow vorbereitet.
Kallas: Putin traut sich nicht zu Treffen mit Selenskyj
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sagte, dass es ein guter Schritt sei, wenn sich Selenskyj und der Kremlchef zusammensetzen würden. Sie glaube aber nicht, dass sich „Putin traut“. Ihrer Meinung nach sei Russland nicht an Friedensverhandlungen mit der Ukraine in der Türkei interessiert. „Sie bombardieren immer noch die Ukraine. Wenn sie an Frieden interessiert wären, könnten sie sofort damit aufhören“, sagte die Estin am Rande eines Demokratiegipfels in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen.
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