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Osteuropa

„Selenskyj will Polen in einen Krieg mit Russland ziehen“: Spannungen zwischen Warschau und Kiew

In einem Radio-Interview warnt der stellvertretende Ministerpräsident Polens vor einer Eskalation des Ukrainekrieges. Zwischen Warschau und Kiew knirscht es gewaltig.

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Krzysztof Gawkowski, der Vizeministerpräsident in Polen, kritisiert Selenskyj scharf für seine militärischen Forderungen an Warschau. 

Krzysztof Gawkowski, der Vizeministerpräsident in Polen, kritisiert Selenskyj scharf für seine militärischen Forderungen an Warschau. 

© Marek Antoni Iwanczuk/dpa

Von Einigkeit ist derzeit weit und breit keine Spur. Das Verhältnis zwischen Polen und der Ukraine ist seit Wochen von erheblichen Misstönen und Dissonanzen geprägt – nun folgt die nächste Verstimmung.

Mit der ukrainischen Aufforderung an Polen, russische Raketen auch über dem Territorium der Ukraine abzuschießen, versuche Präsident Wolodymyr Selenskyj, Polen in einen Krieg mit Russland zu ziehen, sagte der stellvertretende Ministerpräsident Polens, Krzysztof Gawkowski. Selenskyj wolle, dass „Polen mit Russland Krieg führt“, so Gawkowski im Interview mit dem polnischen Radiosender ZET am Montag.

„Worte von Präsident Selenskyj eines Präsidenten unwürdig“

Dem ukrainischen Medium Kyiv Independent zufolge forderte Selenskyj erst kürzlich seine polnischen Partner auf, russische Raketen abzuschießen, um ein Gaslager in der grenznahen Region Lwiw zu schützen. Außerdem kritisierte der ukrainische Präsident Warschau dafür, dass es trotz früherer Vereinbarungen seine restlichen MiG-29-Kampfflugzeuge noch nicht geliefert habe. „Ich finde, dass die letzten Worte von Präsident Selenskyj – ein Politiker, der Polen viel zu verdanken hat – eines Präsidenten unwürdig sind“, so Gawkowski.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj

© Susan Walsh/AP

Die Äußerungen des stellvertretenden polnischen Ministerpräsidenten fallen vor dem Hintergrund wachsender diplomatischer Spannungen zwischen Kiew und Warschau – es bestehen, trotz der starken Solidarität in Polen mit der Ukraine, ungelöste Konflikte. Beispielsweise werden aus polnischer Sicht die Massaker in Wolhynien und Ostgalizien von 1943 kaum von ukrainischer Seite aufgearbeitet.

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Polnische Bevölkerungsgruppen wurden in den ehemaligen polnischen Ostgebieten durch die nationalistische Ukrainische Aufständische Armee (UPA) während des Zweiten Weltkrieges ermordet. Nachdem die Ukraine eine Exhumierung der Opfer wiederholt abgelehnt hatte, folgte prompt die scharfe Kritik aus Warschau. Kiew solle die historischen Verbrechen der UPA-Armee klar benennen, so die polnische Forderung. Außenminister Radoslaw Sikorski knüpfte eine Annäherung in der Wolhynien-Frage sogar an einen EU-Beitritt der Ukraine.

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