Am Montag hat der Unternehmensberater Rolf Seebauer dem Ausschuß für die Zukunft des Olympiageländes seine überarbeiteten Konzepte für das Olympiagelände präsentiert. Drei Grundkonzepte Seebauers werden jetzt in eine Senatsvorlage aufgenommen. Zur Wahl stehen der Umbau des Stadions zu einer Fußballarena, eine "Notsanierung" plus Neubau eines Fußballstadions oder eine Sanierung und Modernisierung der Arena.Karl-Heinz Heller vom Bundesfinanzministerium favorisiert die 300 bis 330 Millionen Mark teure Lösung, die den Umbau des Stadions in eine Fußballarena mit 64 000 Sitzplätzen vorsieht. Diese Summe könnte durch die Vermarktung des Geländes erzielt werden, Geld vom Bund wäre nicht nötig. "Sportanlagen und Denkmalschutz sind nicht Sache des Bundes", sagte Heller, zudem würde der Bund das mindestens 350 Millionen Mark teure Grundstück kostenlos zur Verfügung stellen. Sportstaatssekretär Klaus Löhe sieht das anders: "Mit diesem Konzept hat Seebauer die Vorgabe erfüllt, eine privat finanzierbare Lösung zu finden, aber ich möchte ein Stadion, das einer Hauptstadt entspricht." Löhe will eine Arena, in der Fußball und Leichtathletik möglich sind.Am 26. Mai soll der Senat die Vorlage beraten. Ob dann schon eine Entscheidung fällt, ist fraglich. "Viele werden zum ersten Mal mit den Zahlen konfrontiert", so Löhe. Seit Wochen liegen jedoch bereits mehrere Baukonzepte vor. Als vorläufig letzten Vorschlag stellte der Heidelberger Bauunternehmer Roland Ernst seine Lösung vor. Ernst will das Stadion mit einer Glaskuppel überdachen. Sein Konzept sieht 72 000 Sitzplätze vor. Damit der Rasen wegen der mangelnden Luftzirkulation nicht verfault, will Ernst das Spielfeld auf eine rollbare Unterlage bauen, um es "zur Entlüftung" herausziehen zu können. Die unteren Sitzreihen könnten nach außen verschoben und so die Sportfläche für die Leichtathletik vergrößert werden. Unter dem Fußballfeld könnte man, so Ernst, eine Eislaufbahn oder ein Basketball-Feld installieren. Die Variante würde rund 700 Millionen Mark kosten. Ein Drittel müßten Bund und Land tragen. Auch die "Berlin Initiative" will ein Mehrzweck-Stadion. Dafür hat sie ein absenkbares Spielfeld entworfen. Für Fußballspiele könnten so zusätzlich Tribünen herausgezogen werden. Kosten: 580 Millionen Mark. Der Architekt Jürgen Sawade will auf dem heutigen Hockeyplatz ein neues Stadion für 65 000 Zuschauer bauen. Diese Lösung soll 250 Millionen Mark kosten, die der Baukonzern Hochtief übernehmen würde. Das alte Stadion soll für 150 Millionen Mark saniert werden.
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