Die Absperrgitter standen schon bereit: Doch die für diese Woche angekündigten Reparaturarbeiten im Tunnel der Bundesstraße 1/5 in Alt-Friedrichsfelde sind auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung teilte überraschend mit, dass es Streit mit einer Baufirma gibt. Im Tunnel sollten Rinnen im Asphaltbelag repariert werden. Der 23 Jahre alte Auto-Tunnel war 1996 für rund 12,5 Millionen Euro saniert worden. Drei Jahre später stellte sich heraus, dass die quer über die Fahrbahnen verlegten Rinnen aus dem Asphalt brachen. Die Rinnen waren eingebaut worden, um das Regenwasser aufzufangen. Sonst hätten sich auf dem Belag gefährliche Wasserpfützen gebildet.Noch fließt das Wasser ab, weil einige Rinnen funktionieren. Wie lange das so sein wird, ist ungewiss. "Das ist ein Mangel, den die dafür zuständige Firma beseitigen muss", sagt Petra Reetz, Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. "Die Firma wollte aber einen Auftrag dafür", sagt Reetz. Das sei unmöglich, denn: "Es handelt sich um Gewährleistungsansprüche, nicht um normale Bauarbeiten." Die Baufirma soll sich laut Senatsverwaltung geweigert haben, die Arbeiten zu übernehmen. "Wir sind bereit, uns zu einigen", sagt Reetz. Andernfalls sehe man sich vor Gericht wieder. Nur wenn zu viel Regenwasser im Tunnel steht, muss der Senat vorher handeln - und die 360 000 Euro für die Reparatur zunächst vorstrecken.Das Unternehmen MBN Berliner Bau betonte am Dienstag, dass die Rinnen ordnungsgemäß eingebaut wurden. Die MBN sei aber nicht schuldig, da sie zu einer Arbeitsgemeinschaft mit der Firma Tiefbau Berlin gehörte. Tiefbau Berlin als technisches Unternehmen wiederum musste Konkurs anmelden, "so dass sich der Senat an den noch verbliebenen kaufmännischen Partner hielt", heißt es in einem Schreiben von Geschäftsführer Frank Rüdiger Richter. Ohne jede Verpflichtung habe man dennoch angeboten, einen bestimmten Betrag für die Schadensbeseitigung zu übernehmen. "Das Angebot wurde jedoch nicht akzeptiert." Wann nun die notwendigen Reparaturen beginnen, ist völlig ungewiss. (gäd.)
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