Senatsverwaltung: Natürliche Ursache

Tote Fische treiben in der Spree

Thorkit Treichel
2 Min

Es war kein schöner Anblick, der sich Spaziergängern am Wochenende bot: Tausende toter Fische trieben in der Spree. Doch das Fischsterben hat eine natürliche Ursache. "Das passiert immer, wenn es heiß ist", sagte gestern die Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Manuela Damianakis. Bei Hitze komme es zu einem Sauerstoffmangel in jenen Gewässern, in denen das Wasser nicht ausreichend fließt.Problematisch wird es, wenn es zuvor stark geregnet hat und organische Stoffe wie Fäkalien ins Wasser gespült werden und dort verwesen. "Im Sommer steht die Spree oder fließt sogar rückwärts", sagte Robert Rath, der Sprecher des Landesamtes für Gesundheit und technische Sicherheit (Lagetsi). "In der Spree sind die Selbstreinigungskräfte geringer ausgeprägt, weil es dort im Gegensatz zu den Badegewässern keine Bepflanzung am Ufer und im Wasser gibt." Für Kleinlebewesen wie Fische reicht in solchen Gewässern dann der Sauerstoff zum Überleben nicht mehr aus. Die Fischpopulation werde dadurch aber nicht beeinträchtigt. "Das ist ein ganz normaler Selektionsprozess", sagte Rath.Belüftungsschiff im EinsatzTrotzdem versucht die für die Spree zuständige Stadtentwicklungsbehörde dem entgegen zu wirken und setzt von Mai bis September ein so genanntes Belüftungsschiff ein, um einen Sauerstoffmangel zu verhindern. Das Schiff Rudolf Kloos, das seit zehn Jahren in Berlin betrieben wird, kann in einer Stunde bis zu 200 Kilogramm Sauerstoff in Gewässer pumpen. 312 Stunden war das Schiff in diesem Jahr bereits unterwegs.Die verendeten Fische wurden nach Angaben von Behördensprecherin Damianakis inzwischen aus der Spree gefischt. (tt.)

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