Sendeschluss

BLZ
1 Min

Foto: (6) Zurück blieb nur eine Staubwolke: Ausgelöst durch eine Detonation von 3,5 Kilo Sprengstoff knickte am Sonntagmittag der 358 Meter hohe Sendemast in Frohnau in einer Höhe von 93 Metern ein und brach dann seitlich weg. In Scharen waren Schaulustige in die Stolper Heide und ins benachbarte Hohen Neuendorf gepilgert, um die Sprengung von Berlins zweithöchstem Bauwerk zu beobachten. Die Neugierigen mussten allerdings zehn Minuten länger auf das ungewöhnliche Schauspiel warten als geplant: Beim Überprüfen der 40 computergesteuerten Sprengladungen kurz vor 13 Uhr war ein Fehler festgestellt worden. Doch dann lief alles glatt: Ein Blitz verkündete die Sprengung, wenig später hörten die Neugierigen auch das dazugehörige Wummern - dann fiel der stählerne Riese fast lautlos in sich zusammen und schlug im Wald auf. Bereits in den Morgenstunden hatte die Polizei das Gebiet in einem Umkreis von 550 Metern abgesperrt, Beamte durchkämmten das Waldstück. Kurz vor und nach der Sprengung war die Oranienburger Chaussee komplett gesperrt. Der Sendemast, der 1979 in Betrieb genommen worden war, war ein Relikt des Kalten Krieges und stellte zu Zeiten der deutschen Teilung den Telefonverkehr von West-Berlin nach Westdeutschland sicher. Drei Wochen wird es dauern, bis die 920 Tonnen Altstahl abtransportiert sind.

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