Roman Fress hat vor vier Jahren schon einmal gegen Armend Xhoxhaj geboxt. Im Mai 2022 wurde der beim Boxstall SES Boxing unter Vertrag stehende Cruisergewichtler auf der Seebühne in Magdeburg im Kampf um den Inter-Continental-Titel der WBO nach Punkten geschlagen. Dass es von seinen bisherigen 24 Kämpfen die einzige Niederlage war – die anderen hat er alle gewonnen, davon 13 sogar durch K.o. –, nagt noch an Fress und spornt ihn vor dem erneuten Aufeinandertreffen mit dem gebürtigen Kosovaren besonders an. „Das schreit nach Revanche“, betont der deutsche Profiboxer kasachischer Herkunft, der seine „Ehre“ wiederherstellen will, gegenüber der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung.
Am Sonnabend geht es im Rematch und gleichzeitigem Hauptkampf der SES-Box-Gala in der Messe Magdeburg nicht nur um einen Gürtel, sondern gleich um drei – den WBO International, den Inter-Continental und den Europe Championship. Der Sieger dieses Kampfes darf als Nummer eins einen WBO-WM-Kampf bestreiten und hat ein Pflichtherausforderungsrecht gegen den aktuellen WBO-Weltmeister. Der heißt seit neuestem David Benavidez. Der US-Amerikaner nahm diesen Titel Anfang Mai in Las Vegas dem Mexikaner Gilberto Ramirez ab, den er per K.o.-Sieg in Runde sechs geschlagen hatte.
Fress ist so gut vorbereitet wie noch nie
Somit hat Fress gleich zwei große Anreize. Dementsprechend hart hat er für den wichtigen Kampf trainiert. „Ich fühle mich topfit. Ich hatte eine sensationell gute Vorbereitung. Ich glaube, es war die beste in meiner bisherigen Karriere“, meint der hochmotivierte 32-Jährige.
Zu seinem gleichaltrigen und ihm bereits bekannten Kontrahenten, den er im Vorfeld noch einmal genauestens studiert hat, meint er: „An seinem Stil hat sich grundsätzlich nichts geändert. Mal schauen, ob er es noch genauso draufhat wie vor vier Jahren.“
Roman Fress auf der Pressekonferenz: Der Cruisergewichtler von SES Boxing ist top fit für das Rematch.
© Axel Kammerer/imago
Dass Fress ausgerechnet in der Stadt, in der sein in Nürnberg lebender Gegner ihn bezwungen hat, Revanche nehmen darf, sieht er als großen Vorteil: „Ich freue mich sehr, in meinem Wohnzimmer boxen zu dürfen, und hoffe auf viele Magdeburger Zuschauer, die mich am Sonnabend anfeuern werden“, so der SES-Boxer. „Allein aus Cloppenburg, wo ich wohne, kommen 300 Fans, die mich unterstützen wollen.“
Hauptkampf wird in über 50 Ländern übertragen
Sein Kampf um die WM-Fahrkarte stößt auf großes Interesse. So wird der Fight, der um 22.30 Uhr in der Ottostadt beginnen wird, in über 50 Ländern auf drei Kontinenten übertragen.
Neben dem Hauptkampf der Magdeburger Boxnacht sind zuvor zwei weitere spannende Kämpfe mit lokaler Beteiligung zu sehen. Cruisergewichtler Paul Schmidt aus der Ottostadt wird am Sonnabend in den Ring steigen. Mit seinem K.o. in der ersten Runde im Mai 2025 auf der Magdeburger Seebühne konnte der 23-Jährige vor vielen heimischen Fans ein perfektes Debüt feiern. Nach Verletzungspech im vergangenen Jahr wird der ausgelernte Kinderpfleger in seinem zweiten Profikampf auf den Kölner Linus Brandenburg treffen, der seinen ersten Profikampf ebenfalls siegreich beenden konnte.
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Wie Paul Schmidt hat auch Ole Rätzel, der 22-jährige Weltergewichtler, seine Grundausbildung in der „Boxschmiede Magdeburg“ unter Trainer Max Ristig erhalten. In seinem dritten Profikampf kämpft er gegen Christian Scheydt aus Bad Bergzabern, der mit sechs Siegen in sieben Kämpfen deutlich erfahrener ist.
Weitere spannende Profikämpfe sind zu sehen
Das boxinteressierte Publikum kann sich aber auch auf weitere Profikämpfe freuen, etwa auf die des Magdeburgers Michel Dobler, des Stralsunders Max Suske, des Berliner Schwergewichtlers Ingolf Zocher und jene der beiden ungeschlagenen Cruisergewichtler Mohammed Bekdash aus Regen und des Esten Stiven Aas. Des Weiteren will Denis Radovan – der langjährige IBF-Champion im Mittelgewicht – mit einem Sieg zurück in die Weltspitze.
Zuschauer, die bei der Box-Gala am Sonnabend in der Messehalle nicht live dabei sein können, haben die Möglichkeit, die Kämpfe ab 19.30 Uhr in der ARD-Mediathek zu streamen. Den Hauptkampf um 22.30 Uhr überträgt der MDR dann live im TV.
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