Erik Leuthäuser blickt schüchtern drein, als er uns seine kleine Wohnung im Nollendorfkiez aufschließt. Keine Viertelstunde später post er lasziv für unser Fotoshooting unter seiner Dusche. Abgesehen von einem Jockstrap ist er nackt. Erik Leuthäuser, 26, hat sich einen Namen als Jazzsänger gemacht, sogar mit eigener Show in der Bar jeder Vernunft. „Wünschen“ heißt die. Doch Leuthäuser erfüllt noch ganz andere Wünsche: Er dreht Pornos. Manche finden das schockierend, andere inspirierend. Wir wollten von Erik Leuthäuser wissen, was für ihn die Freiheit im Jazz mit der Freiheit beim Sex zu tun hat.
Herr Leuthäuser, wir sprechen gleich noch davon, warum Sie Pornos drehen. Erstmal würde ich aber gerne wissen: Wie ging das mit dem Jazz bei Ihnen los?
Ella Fitzgerald und Billie Holiday habe ich in meinem Elternhaus schon sehr früh gehört. Jazz klang für mich ganz anders als das, was sonst so im Radio lief. Mit zehn hab ich meinem Papa, der selber Jazz-Gitarrist ist, gesagt: Ich will Jazz-Sänger werden.
Erik Leuthäuser am E-Piano in seiner Wohnung
© Joseph Wolfgang Ohlert für Berliner Zeitung
Der Plan ging ja wohl auf: Sie haben Jazz-Gesang studiert, bekamen einen Plattenvertrag. Sie haben hunderte Konzerte gespielt und Preise abgeräumt. Was fanden Sie von Anfang an am Jazz so gut?
Die Freiheit! Jazz wirkte wesentlich freier als andere Musik. Das hat mich angezogen.
Dabei ist im Jazz vieles, was spontan wirkt, antrainiert.
Letztlich ist Improvisation das, was du über Jahre hinweg geübt hast. Magisch wird es, wenn es dir dann in dem Moment gelingt, genau das Richtige abzurufen.
Also ist Jazz nicht bloß eine Illusion von Freiheit?
Nein, Jazz kann diese magischen Momente haben. Natürlich gelingt das nicht jedem Jazzmusiker bei jedem Konzert. Aber eigentlich will man dorthin, dass es gelingt.
Was macht man, wenn es schiefgeht?
Dann macht man weiter. Nicht jedes Konzert muss himmlisch werden. Mich interessiert mehr: Wie kann ich eine Geschichte erzählen, die eine perfekte Einheit ergibt? Mich haben immer Menschen angezogen, die auf der Bühne Persönliches preisgeben.
Sieht aus wie ein Glasdildo, ist aber ein Jazzpreis von Erik Leuthäuser
© Joseph Wolfgang Ohlert für Berliner Zeitung
Wer denn so?
Auf jeden Fall Nina Simone! Leute, die auch etwas verändern wollten. Ich will, dass die Leute, die in meinem Konzert waren, ihr Leben danach ein bisschen anders weiterleben.
„Ich singe über queere Themen und Sucht – auch Crystal Meth“
Inwiefern anders?
Ich würde mir wünschen, dass Menschen eine größere Offenheit haben. Wenn die Realitäten anderer Menschen von der meinen abweichen, ist das legitim und spannend. Durch diese Unterschiede können wir voneinander lernen. Ich singe über queere Themen und auch über Sucht. Sogar über die Droge Crystal Meth. Das ist eine Realität, die ich kenne – aber vielleicht die Oma aus Wilmersdorf, die auch zu meiner Show in der Bar jeder Vernunft geht, noch nicht.
Wie würden Sie denn der Oma in Wilmersdorf Chem-Sex erklären?
Chem-Sex ist der Konsum chemischer Drogen in einem sexuellen Setting. Das ist ein Thema für viele Männer, die Sex mit Männern haben. In der Bar jeder Vernunft war das meistens Thema meines zweiten Sets bei meiner Show. Und es wird auch das Thema meines nächsten Albums sein.
Wie waren denn die Reaktionen in der Bar jeder Vernunft, wenn Sie Chem-Sex-Anekdoten erzählt haben?
Ich hab das Gefühl, die Atmosphäre in der Bar war oft sehr offen. Wenn sich ein Publikum nicht drauf einlässt, merkt man das relativ schnell.
Zur Person
Das gibt’s ja auch.
Abhängig vom Publikum rede ich dann eben mehr oder weniger über persönliche Bezüge. Für mich ist die Bar jeder Vernunft durchaus auch ein queerer Ort. Einmal kamen viele Leute aus meiner schwulen Suchtgruppe. Die QUAPSSS-Gruppe von der Deutschen Aidshilfe, hier im Nollendorfkiez bei Mann-O-Meter. Ich bin nicht mehr in der Gruppe, aber ich kann sie sehr empfehlen. Ich war dort während der härteren Zeit der Pandemie.
Da geht’s um Crystal Meth, oder?
Um alle Chem-Sex-Drogen, also auch Crystal Meth. Das Ziel ist es, über Konsum zu reflektieren. Ich strebe eine Abstinenz von allen Chem-Sex-Drogen an.
„Durch Drogen habe ich mich von der Corona-Zukunftsangst abgelenkt“
Wann haben Sie gemerkt: „So geht’s nicht weiter“?
Richtig schlimm wurde es für mich, als es mit Corona losging. Keine Konzerte mehr. Kein gewohnter Alltag mehr. Ich habe vorher an die hundert Konzerte im Jahr gespielt. Plötzlich brach das weg. Ich hatte eine Leere in mir. Zukunftsangst. Damit konnte ich schlecht umgehen. Durch Drogen habe ich mich davon abgelenkt – und sie zu einer Gewohnheit gemacht, speziell im sexuellen Setting. Und es ist schwer, von Abhängigkeiten wieder loszukommen, speziell von Substanzen, die so stark süchtig machen.
Unter der Dusche in seiner Wohnung: Erik Leuthäuser
© Joseph Wolfgang Ohlert für Berliner Zeitung
Wie haben Sie gemerkt, dass es Ihnen nicht mehr guttut?
Chem-Sex hat mehr Zeit in meinem Leben eingenommen, als ich das wollte. Am Anfang war es nur alle zwei Wochen mal. Dann wurde es häufiger. Dann plötzlich alle drei Tage, auf privaten Sex-Partys. Was mir geholfen hat später: das Reflektieren. Und bevor ich das in der Suchtgruppe tat, war es schon in meiner Musik präsent. Auf einmal hatte ich ein Thema, das mich aufgewühlt hat. Dadurch war für mich das Songwriting total einfach.
Einfach? Es klingt so ziemlich nach einem der schwierigsten Themen.
Absolut. Aber die Gefühle sind sehr intensiv, wenn man seinen Freund enttäuscht. Wenn man eine Verabredung schmeißt, bei jemand, der einem eigentlich wichtig ist – aber dann die Drogen doch wichtiger waren.
Was haben Sie denn alles an Drogen genommen?
Vieles! Aber wirklich zum Problem geführt hat Crystal Meth.
Fliegt gern für Konzerte um die Welt und hat ein Faible für Flugzeugmodelle: Erik Leuthäuser
© Joseph Wolfgang Ohlert für Berliner Zeitung
„Diese Frage möchte ich ungern beantworten“
Weil das so eng mit Sex gekoppelt ist?
Absolut. Und Crystal Meth ist eine viel intensivere Droge als Koks oder G (Gemeint ist GHB, Anm. d. Red.). Das macht einen riesigen Unterschied. Man fühlt viel mehr in diesem Moment, wenn man das nimmt.
Wie fühlt sich das an?
Ich glaube, das ist eine Frage, die ich ungern beantworten möchte. Das würde mich triggern.
Welche Strategien gibt es denn, von Crystal Meth loszukommen?
Ich kann keine allgemeingültigen Ratschläge geben. Aber es ist wichtig, dass man darüber redet. Und man sollte keine Angst haben, sich Hilfe zu holen, bei Leuten, die wirklich Ahnung haben von der Substanz. Es tut gut, sich klarzumachen: Warum habe ich gerade so viel Sex? Und warum mit Substanzen? Ist es aus Stress? Weil ich mich ablenken möchte?
Vorhin haben Sie ja gesagt, Leute sollten aus Ihren Konzerten anders rausgehen als sie reingegangen sind. Das wäre so ein Punkt, oder? Nach einer Leuthäuser-Show denkt man anders über Sex als vorher.
Schon. Aber es kommt auch aufs Publikum an. Meine Musik ist queere Großstadtmusik. Jazzclubs haben oft ein älteres Publikum. Dann gibt es auch diese jungen hippen Jazzfestivals. Es hat viel mit der Frage zu tun: Als wie cool, als wie hip gilt es, bestimmte Musik an einem bestimmten Ort zu hören? Wie ist das Marketing rund um die Musik? Aber darum kümmere ich mich weniger. Ich frage mich: Für welche Musik brennt mein Herz? Erst im zweiten Schritt kommt mir die Frage: Wo passt das rein?
Kann auch wie ein Bad Boy gucken: Erik Leuthäuser
© Joseph Wolfgang Ohlert für Berliner Zeitung
„In der Bar jeder Vernunft wird eher klassisches Entertainment erwartet“
Warum haben Sie denn bei der Bar jeder Vernunft nicht mehr so reingepasst? Die nächste Show wird ja erstmal die letzte sein.
Das ist eine Frage für die Bar jeder Vernunft. Ich hab das Gefühl, die Bar ist ein Ort, wo Leute durchaus Erwartungen haben, dass Entertainment in einem eher klassischeren Sinn im Fokus steht. Vielleicht waren meine Auftritte ab und an zu fordernd für diesen Ort. Aber ich glaube, es ist eine gute Sache, ein Publikum herauszufordern, mit neuen Sounds und neuen Themen. Ich würde auch die älteren Charlottenburger und Wilmersdorfer gerne ein bisschen auflockern (lacht). Ich glaube aber auch, dass sowas Zeit braucht, um sich zu etablieren.
Diese Zeit bleibt nun nicht. Ihre Show-Reihe „Wünschen“ ist erst mal beendet.
Offiziell ist es so: Die nächste ist meine letzte „Wünschen“-Show. Aber wer weiß, ich würde mich auf jeden Fall freuen, eine neue Show in der Bar jeder Vernunft zu machen, sollte die Bar das mögen. Das ist alles, was ich sagen kann.
„Ich habe Lust, Pornos zu machen“
Was manche Leute vielleicht abgeschreckt hat, ist Ihr OnlyFans-Porno-Account.
OnlyFans kam aus einer Lust heraus, Pornos zu machen. Durch meine sieben Jahre in Berlin hatte ich auf meiner Festplatte viele Pornos von mir. Amateur-Pornos. Videos, die ich so beim Sex gemacht habe. Im Netz kann man damit Geld machen. Ich habe aber lange davor zurückgeschreckt, weil ich dachte: Ich bin Sänger – und Pornos könnten meinem Image schaden.
Wurden Sie von Leuten im Musik-Business davor gewarnt?
Das war mehr eine Stimme in meinem Kopf.
Was haben Sie auf Ihrer Festplatte an Pornos gefunden? Waren Sie selbst manchmal schockiert?
Nein, im Gegenteil. Ich war positiv überrascht. Ich dachte mir auch: Das Zeug ist zu gut, um es nicht zu teilen.
„Ficken und Blasen“
Was sieht man so in Ihren Pornos?
Sex in allerlei Hinsicht. Ficken, aktiv und passiv. Blasen.
In jedem Fall zu heiß für Instagram. Die haben Ihnen schon Ärger gemacht wegen harmloser Soft-Porno-Bilder.
Bei Instagram muss man sehr auf deren Richtlinien aufpassen. Man darf posten, dass man OnlyFans hat, aber man darf nicht direkt den Link posten – sonst gilt das als Werbung für sexuelle Dienstleistungen. Wenn man nicht aufpasst, löscht Instagram den Account. Das hab ich schon öfter bei queeren Accounts mitbekommen.
Woran hat sich Instagram bei Ihnen gestört?
Es gab ein Bild, auf dem ich einen anderen Typen geküsst habe. Es war nicht mal klar, ob das beim Sex war. Aber vielleicht hab ich mit meiner Bildbeschreibung und den Hashtags provoziert.
In Erik Leuthäusers Bücherregal mischen sich Jazz-Zeitschriften und Schwulenmagazine
© Joseph Wolfgang Ohlert für Berliner Zeitung
„Ich will die Scham vor queerem Sex abbauen“
Vor ein paar Monaten sind Sie also auf OnlyFans gestartet.
Genau. Zu dem Zeitpunkt war ich dann auch abstinent von Crystal Meth. Und ich wollte die Sexualität, die ich ohne Drogen habe, zelebrieren. Das ist ja ein Erfolg, wenn man eine Zeitlang sehr auf Chem-Sex war – und dann wieder Sex hat ohne Drogenkonsum. Ich will mit meinen Pornos aber auch die Scham vor queerem Sex abbauen. Viele von uns haben diese Scham davor verinnerlicht. Selbst vor Freunden traut man sich kaum, offen über Sex zu sprechen.
Kein Wunder, dass man Scham entwickelt. „Schwanzlutscher“ und „Arschficker“ sind ja schon auf dem Pausenhof beliebte Schimpfwörter.
Damit wird schwule Sexualität verurteilt. Dem will ich kontern, auch mit meinem „Faggot“-Tattoo und all meinen Tattoos, die sehr sexpositiv sind. Sex ist komplex und unersättlich. Da steckt so viel Leben drin! Und vieles, das mich an Musik erinnert. Gerade an Jazz. Ein Sex-Date ist wie Improvisation im Jazz. Bestimmte Dinge sind vielleicht gesetzt: Ist man top, bottom, et cetera. Aber dann experimentiert man: Was ist für den Moment passend? Wie wenn jemand seine Trompete nimmt und ich dazu singe.
Wie sind die Reaktionen auf Ihren OnlyFans-Account?
Ich habe das Gefühl, dass das ein ungewöhnlicher Move war, das überhaupt zu tun, als Sänger. Aber die Reaktionen sind positiv – sowohl von Menschen, die mich als Musiker kannten; als auch von zumeist schwulen Männern, die Interesse an meinem Sex-Content haben. Einige davon sind so durch meine Musik aufmerksam geworden. Es hat mich auch schon ein recht bekannter Jazzmusiker bei OnlyFans abonniert, von dem ich gar nicht wusste, dass er queer ist.
„Pisse geht leider nicht“
Gibt es Grenzen, vor denen Sie bei OnlyFans zurückschrecken würden?
Das Problem ist eher, dass man bestimmte Sachen bei OnlyFans nicht hochladen kann. Alles mit Pisse ist nicht erlaubt. Das erkennt der Algorithmus offenbar. Ansonsten mach ich alles, worauf ich Lust habe. Andererseits ist es auch ein Job: Sex-Arbeit. Mein Fokus bleibt aber die Musik. Ich hab auch den Luxus, dass ich noch genug Material auf der Festplatte habe. Das reicht erstmal. Ab und an mach ich neue Videos.
Was reizt Sie daran?
Ich probiere gerne neue Rollen aus: Macho. Dom. Eine Zeitlang lief ich nur im Croptop und mit lackierten Fingernägeln rum. Dann trug ich nur Lederjacken. Sowas darf sich verändern. Mein OnlyFans zeigt verschiedene Sachen, auf die ich gerade stehe. Ich poste das, was ich persönlich geil finde. Ohne den Anspruch, dass das einen Kunstaspekt hätte oder auf einem Pornofilmfestival laufen müsste.
„Faggot“ ist auf seinen Rücken tätowiert, zu deutsch: Schwuchtel
© Joseph Wolfgang Ohlert für Berliner Zeitung
„Ich bin kein Straßenstricher, aber trotzdem Sexarbeiter“
Sie sagen, Sie machen Sexarbeit.
Natürlich ist mein Lebensalltag nicht der eines Straßenstrichers. OnlyFans lässt mir viel Kontrolle: Ich bin zu Hause und entscheide entspannt, was ich hochlade.
Ist Ihr Freund denn eigentlich eifersüchtig darauf, dass sich andere womöglich zu Ihren Videos befriedigen ?
Ach, Leute könnten sich doch auch auf meine Instagram-Bilder befriedigen, ohne dass ich überhaupt was Sexuelles zeige. Mein Freund und ich haben eine offene Beziehung. Auf Grindr verschicken wir auch Nacktbilder. Auch die können von Leuten benutzt werden oder irgendwo auftauchen.
„Mit Pornos verdiene ich im Monat so viel wie mit drei Konzerten“
Wie lange wollen Sie das machen mit den Pornos?
Solange ich Lust habe. Für mich ist das ein Hobby – das mich davor bewahrt, Gesang unterrichten zu müssen. Da kommen manchmal Leute in die Gesangsstunden, die eigentlich einen Therapeuten bräuchten. Aber sie bezahlen dich nicht wie einen Therapeuten. Da ist es für mich leichter, die Amateur-Pornos, die ich eh habe, zu posten. Monatlich fließt Geld auf mein Konto durch OnlyFans. Das ist so viel wie bei zwei oder drei Konzerten. Das ist ein echtes Einkommen. Eine gute Ergänzung zu den oft variierenden Honoraren, die man als Jazzmusiker bekommt.
Haben Sie für sich selbst was gelernt durchs Porno-Posten?
Dass es gut ist, Sachen auszuprobieren. Und dass die Kritik eher in meinem Kopf war. Es ist aber schon so, dass die Jazz-Welt redet. Dass gemunkelt wird. Dass manche meine Pornos kritisch sehen. Aber andere wertschätzen meine Offenheit. Ich bin 26. Ich finde das spannend, mich in meinen Zwanzigern zu dokumentieren. Irgendwann zu wissen, wer ich mal war, in allen Aspekten. Vielleicht hab ich ja auch irgendwann mal weniger Lust auf Sex. Dann blicke ich vielleicht zurück und denke: Krass, damals hatte ich meine verrückten Zwanzigerjahre. Mein krasses Sexleben.
Schüchtern sind Sie dabei nicht.
Es fällt mir leicht, die Scham außen vorzulassen – denn sie macht für mich keinen Sinn. Warum sollte ich mich schlecht fühlen, wenn ich einen Piss-Fetisch habe? Nichts daran ist verwerflich. Ich will das zelebrieren und genießen. Und wenn ich andere damit zu mehr Offenheit inspiriere – dann ist das doch wohl auch was Gutes.
„Wünschen“-Show mit Erik Leuthäuser & Gästen: Bar jeder Vernunft, Schaperstraße 24, Wilmersdorf, Montag, 26. September, VVK 12,50-42,90 Euro
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