Tierseuche

Shamonda-Virus erstmals bei Rind in Brandenburg nachgewiesen

Der von Insekten übertragene Erreger breitet sich seit dem Sommer in Europa aus. Betroffen ist ein Tier im Landkreis Potsdam-Mittelmark.

2 Min
Eine Kuh ist betroffen (Symbolbild).

Eine Kuh ist betroffen (Symbolbild).

© Friso Gentsch/dpa

Bei einem Rind im Landkreis Potsdam-Mittelmark ist erstmals in Brandenburg eine Infektion mit dem Shamonda-Virus nachgewiesen worden. Wie das Brandenburger Landwirtschaftsministerium mitteilte, bestätigte das Friedrich-Loeffler-Institut den Befund mit der Variante 2 des Virus (SHAV-EU2). Deutschlandweit seien bereits mehrere Tierhalter betroffen.

Symptome bei Wiederkäuern und Pferden

Das Virus tritt nach Angaben des Ministeriums vor allem bei Wiederkäuern wie Rindern, Schafen und Ziegen sowie bei Alpakas und Pferden auf. Infizierte Tiere zeigten meist Fieber und Durchfall, bei Kühen komme es zu einem Rückgang der Milchleistung. Auch neurologische Störungen seien möglich und etwa bei Pferden beobachtet worden. Hinweise auf Infektionen beim Menschen gebe es bislang nicht, teilte das Ministerium mit.

Das Shamonda-Virus gehört zur Gattung der Orthobunyaviren. Bis zum Sommer 2026 sei es vor allem in Afrika und Asien verbreitet gewesen. Im Juli habe es die ersten Nachweise in Europa in Frankreich und der Schweiz gegeben, ab Anfang August auch in Betrieben in Süddeutschland.

Übertragung durch Gnitzen

Übertragen wird der Erreger nach Angaben des Ministeriums durch sogenannte Gnitzen – kleine, blutsaugende Insekten. Diese sind vor allem zwischen Juli und Oktober aktiv, besonders in der Dämmerung. Je höher die Luftfeuchtigkeit und je milder die Temperaturen, desto verbreiteter seien die Tiere. Die Gnitzensaison dauere je nach Witterung bis etwa Ende November.

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Für Tierhalter bedeute dies, dass fieberhafte Erkrankungen labordiagnostisch abgeklärt werden sollten. Das Land Brandenburg übernehme die Untersuchungskosten im Landeslabor, hieß es. Einen Impfstoff gegen das Shamonda-Virus gibt es dem Ministerium zufolge nicht. (mit dpa)

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