Verkehr

Berlins übersehene Plage: Wenn Radfahrer es mit dem Tempo-Detox völlig übertreiben

Unser Kolumnist fährt gern langsam, vorsichtig. Aber oft ist auch für ihn eine Schmerzgrenze überschritten: wenn Leute fast schon rückwärtsfahren. Ein Brandbrief, in Liebe.

3 Min
Hier ist die Welt noch in Ordnung: Frau mit Fahrrad.

Hier ist die Welt noch in Ordnung: Frau mit Fahrrad.

© Frank Roeder/Zoonar.com/imago

Ich gehöre weiß Gott nicht zu den schnellsten Radlern. Der Berliner Verkehr schüchtert auch mich ein. In den letzten Jahren bin ich zweimal nicht ganz harmlos gestürzt mit dem Fahrrad. Und weil mir mein Leben heilig ist, verzichte ich nun lieber auf ein paar Stundenkilometer – und fahre dafür sicher. Nun ja. So sicher es eben geht in unserer verrückten Stadt. Und auf diesen Berliner „Radwegen“, wenn man sie denn überhaupt so nennen will.

Was ich damit sagen will: Ich habe volles Verständnis. Für alle, die den Berliner Radverkehr nicht mit der Tour de France verwechseln. Für alle, die mit dem Rad nicht Ferraris oder Lamborghinis (so es sie denn in Berlin gibt) überholen wollen. Aber: Genug ist genug. Denn es gibt Leute (und gar nicht so wenige), die es mit der Entschleunigung, dem Tempo-Detox, übertreiben. So, als würden sie eine Drahtseil-Balance-Übung vollführen. Menschen, die so langsam radeln, dass man meint, sie könnten jeden Moment umfallen. Oder direkt den Rückwärtsgang einlegen.

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