Der Freistaat Bayern richtet ab Mitte April ein eigenständiges Landesamt für Bevölkerungsschutz ein und ist damit das erste Bundesland, das eine solche Behörde aufbaut. Im Kern geht es um den Schutz der Bevölkerung vor den Folgen eines möglichen bewaffneten Konflikts in Europa sowie um eine bessere Bewältigung von Großkatastrophen. Nun wird eine eigenständige Behörde mit insgesamt 86 Beschäftigten aufgebaut, wobei 25 neue Stellen geschaffen werden sollen.
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann begründete den Schritt mit der Notwendigkeit, die Krisenresilienz des Freistaats zu stärken. Andreas Spiegel, stellvertretender Sprecher des bayerischen Innenministeriums, verwies gegenüber Euronews auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, der erneut vor Augen geführt habe, dass Deutschland seine Widerstandsfähigkeit ausbauen müsse.
Im Ernstfall müssten 450.000 Einsatzkräfte koordiniert werden
„Für eine wirksame Gesamtverteidigung müssen wir im Interesse der vollen Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeit über eine Stärkung der Streitkräfte zur militärischen Verteidigung auch die Strukturen der zivilen Verteidigung wieder etablieren“, so das bayerische Innenministerium.
Das neue Amt hat zwei zentrale Aufgabenbereiche: zum einen eine verbesserte Reaktion auf Großschadenslagen und Katastrophen – wie das schwere Hochwasser im Frühjahr 2024 – und zum anderen den Aufbau neuer Strukturen für die zivile Verteidigung. Im Ernstfall müssten bis zu 450.000 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei sowie zivilen Hilfsorganisationen wie dem Roten Kreuz, der Johanniter-Unfall-Hilfe und dem Malteser Hilfsdienst koordiniert werden.
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