Trotz der Sommerferien wird derzeit hart um eine Schule gekämpft: Mit acht Klagen vor dem Verwaltungsgericht wollen Eltern erreichen, dass ihre Kinder die Sekundarstufe I in der Dahlmann-Schule besuchen können. Die Marzahner Sonderschule war die einzige Sprachförderschule in Ost-Berlin, auf der die Schüler den Realschulabschluss erwerben können. Doch der Bezirk will Geld sparen. Deshalb soll die Einrichtung künftig nur noch bis zur 6. Klasse geführt werden. Schon ab diesem Schuljahr soll es keine siebten Klassen mehr geben. "Denn die Schüler solcher Förderschulen sollten doch nach sechs Jahren in der Lage sein, an einer Regelschule zu lernen", sagt Bildungsstadtrat Stefan Komoß (SPD).Das bezweifelt Karsten Fabian. Seine 13-jährige Tochter hat eine Lippen-Kiefer-Gaumen-Spaltung, wurde sechs Mal operiert und liegt in der Entwicklung gegenüber dem Durchschnitt zwei Jahre zurück. Die siebte Klasse soll sie jetzt in Charlottenburg oder Britz besuchen. Nur dort gibt es noch entsprechende Schulen. "Sie würde mehr als eine Stunde brauchen, um mit der S-Bahn dahin zu fahren", kritisiert der Vater. Einigen Mitschülern sei nicht einmal der Förderbedarf anerkannt worden. Bei einer Anhörung vor Gericht habe es deshalb harsche Worte für den Bezirk gegeben, sagt Fabian.Die Linke-Abgeordnete Margrit Barth, die sich seit Langem um die Dahlmann-Schule kümmert, bestätigt, dass die Anhörung "recht eindeutig" war. Deshalb hätte sie sich gewünscht, dass der Bezirk in diesem Jahr noch siebte Klassen einrichtet - um dann mit mehr Zeit alle Varianten für die Zukunft der Schule zu prüfen. Das Urteil wird im August erwartet. (el.)
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