Als Ozzy seiner Mutter endlich das erzählt, was ihm seit Tagen schon das Herz beschwert, will sie beschwichtigen. „Na und, sagt sie immer wieder, das kann ja mal passieren.“ Sie, Ann, ist darauf gepolt, ihr Kind zu beruhigen, das wissen wir Leser zu diesem Zeitpunkt längst. Ihr Partei-Ergreifen ist mehr als der übliche Mutterreflex. Oft genug hat sie erfahren, dass andere grob auf ihren Sohn reagieren, weil er leicht reizbar ist, schwer zu bremsen, hyperaktiv.
Aber da ist noch mehr. Birgit Birnbacher fasst in dieser Gesprächssituation zusammen, dass Ozzy (oder Oz, eigentlich Oswald) seinerseits Anns Problem kennt. Er weiß, wie ähnlich sie sich sind. Und er, der das Schlimme endlich zur Sprache bringen will, reagiert heftig: „Hör auf, schreit er. Sie soll zuhören. Sie soll endlich einmal nur zuhören.“
Familienroman
„Sie wollen uns erzählen“: Wenn ein Kind nicht in die Normen passt
Birgit Birnbacher schreibt anteilnehmend und trotzig über einen Sohn und seine Mutter. Viele Fragen in diesem wunderbaren Roman kann man sich selbst stellen. Die Kritik.
6 Min
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Birgit Birnbacher auf der Leipziger Buchmesse
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