Siemens-Chef Peter Löscher hat sich vorgenommen, mit den Hinterlassenschaften der Ära Heinrich von Pierer gründlich aufzuräumen. Nur so sind die ambitionierten Ziele zu deuten, die er dem Unternehmen verordnet hat: Der Konzern und seine Führung werden zum Einen gestrafft. Nur acht Manager sollen im Vorstand sitzen, Verwaltungsebenen werden wegfallen. 1,4 Milliarden Euro hofft Löscher, so künftig jährlich einzusparen.Als ob das nicht genug wäre, möchte Löscher auch bei der Rendite voran kommen: Die Gewinnvorgaben für die künftig drei Bereiche und ihre 15 Divisionen werden am hochprofitablen Konkurrenten General Electric ausgerichtet. Die Aktionäre sollen stets üppige Dividenden kassieren. Jede Kuschelecke soll bei Siemens nun verschwinden.Dem Konzern steht so nach der Aufarbeitung des Korruptionsskandals ein neuer Kulturschock bevor. Löscher hat angekündigt, dass der Konzernumbau "nicht ohne Geräusche" von statten gehen werde. Das lässt für viele Mitarbeiter Böses erahnen. Einen Stellenabbau hat Löscher explizit nicht ausgeschlossen.Was der Siemens-Chef vom Ex-Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer hält, hat er auch durchblicken lassen: In seinem eigenen Arbeitsvertrag, so Löscher, sei selbstverständlich geregelt, dass er nach Ausscheiden bei Siemens nicht für die Konkurrenz arbeiten dürfe. Genau diese Klausel fehlte aber im Vertrag des Löscher-Vorgängers und Von-Pierer-Schützlings Klaus Kleinfeld. Kleinfeld hat sich diese Regelung nachträglich abhandeln lassen - für satte 5,75 Millionen Euro. Seite 13
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