Polen

Sikorski gegen Musk: Polen könnte Starlink-Zahlungen für Ukraine stoppen

Polens Außenminister und Elon Musk liegen wieder im Clinch – dieses Mal geht es um Starlink-Regeln und ein Druckmittel von 50 Millionen US-Dollar.

BLZ
3 Min
Polens Außenminister Radoslaw Sikorski kritisiert die langen Entscheidungsprozesse bei den Waffenlieferungen für die Ukraine.

Polens Außenminister Radoslaw Sikorski kritisiert die langen Entscheidungsprozesse bei den Waffenlieferungen für die Ukraine.

© Kay Nietfeld

Der nächste Schlagabtausch zwischen Warschau und Elon Musk ist eröffnet. Polens Außenminister Radoslaw Sikorski drohte am Mittwoch damit, die jährlich rund 50 Millionen Dollar teuren Zahlungen für Musks Satelliteninternet-Dienst Starlink zu überdenken. Grund ist eine neue Roaming-Beschränkung, die polnische Nutzer noch in diesem Monat treffen soll.

„Hey, @elonmusk, großer Mann, hör auf, polnische Starlink-Nutzer zu diskriminieren, sonst überdenken wir vielleicht, ob wir dir wirklich 50 Millionen Dollar pro Jahr für deine Dienste zahlen wollen“, schrieb Sikorski auf der Plattform X.

Was hinter dem Roaming-Ausschluss steckt

Auslöser ist eine Entscheidung von SpaceX, Polen aus der gemeinsamen europäischen Roaming-Zone für Starlink herauszunehmen. Diese Zone umfasst mehr als 30 Länder, darunter Deutschland, Tschechien, die Slowakei und Litauen – Kunden können dort ihre Terminals grenzüberschreitend ohne Einschränkungen nutzen. Für polnische Nutzer gilt das künftig nicht mehr. Laut aktuellen Starlink-Richtlinien werden in Polen registrierte Konten bei Auslandsnutzung künftig als ausschließlich national gültig behandelt.

Die neuen Regeln greifen zunächst für Neukunden, die sich seit dem 14. Juli angemeldet haben, und sollen ab dem 17. August auch auf Bestandskunden ausgeweitet werden.

Auch der polnische Digitalminister Krzysztof Gawkowski schaltete sich ein und warf SpaceX vor, sein Land als Kunden zweiter Klasse zu behandeln. „Polen ist kein zweitrangiger Markt. Polnische Kunden sind keine zweitrangigen Kunden“, schrieb er auf X und forderte, SpaceX solle konkrete regulatorische Gründe für die Änderung nennen, statt sich hinter „allgemeinen Erklärungen“ zu verstecken.

Warschau bringt die Entscheidung nach eigenen Angaben in Zusammenhang mit seiner Rolle als Starlink-Geldgeber für die Ukraine. Polen hat seit Februar 2022 Tausende Terminals für die ukrainische Armee beschafft und finanziert deren Betrieb bis heute mit.

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Es ist nicht der erste öffentliche Streit zwischen Sikorski und Musk. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Tech-Milliardär den Außenminister nach einer ähnlichen Drohung mit den Worten „Sei still, du kleiner Mann“ abgekanzelt – US-Außenminister Marco Rubio sprang Musk damals zur Seite und riet Sikorski, dankbar zu sein. Polens Ministerpräsident Donald Tusk reagierte seinerzeit mit dem Appell, westliche Partner sollten kleineren Verbündeten mit Respekt statt Arroganz begegnen.

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