Silvia Dronsch wurde über Nacht bekannt. Ende April 2026 konfrontierte die gelernte Köchin aus Suhlendorf beim Bürgerdialog in Salzwedel den Bundeskanzler mit einer Frage, die es in sich hatte: Warum wird im Gesundheitssektor gespart, während ein Gesetzentwurf aus dem Bundesinnenministerium Gehaltserhöhungen für Staatssekretäre vorsieht – die über die bestehende Kopplung der Amtsbezüge auch Kanzler und Minister betreffen würden? Für den Kanzler stand ein jährliches Plus von 65.292 Euro im Raum. Dronsch, selbst an Hautkrebs im vierten Stadium erkrankt, stellte diese Frage aus unmittelbarer Betroffenheit. Friedrich Merz reagierte gereizt, unterstellte ihr eine falsche Darstellung – und das Video ging viral, weit über Deutschland hinaus. Dronsch forderte eine Entschuldigung. Was sie stattdessen bekam: eine Standard-Autogrammkarte aus dem Kanzleramt.
Wir besuchen sie in ihrem kleinen Dorf, rund 30 Kilometer von Salzwedel entfernt. Sie empfängt uns im Garten ihres Hauses, und wer eine gelernte Köchin besucht, geht nicht hungrig nach Hause: Schmorbraten mit Rotkohl, Pilzen, Kartoffelgratin und hausgemachter Gratinsoße. Nach dem Essen wird Kaffee gereicht, dann beginnt das eigentliche Interview.
Es geht um eine Entschuldigung, die bis heute nicht kam, um den zähen Kampf mit Behörden um ihre Existenzsicherung, um Polizei, die plötzlich vor der Haustür steht – und um die bevorstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt.
Interview
Exklusiv: Silvia Dronsch fragte Kanzler Merz nach Sparmaßnahmen – dann stand die Polizei vor ihrer Tür
Eine krebskranke Frau wollte nur eine Entschuldigung vom Kanzler. Was sie bekam: eine Autogrammkarte, Behörden-Odyssee und Polizei vor der Tür. Ein Hausbesuch vier Monate nach dem Vorfall.
9 Min
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Gespräch im Garten: Silvia Dronsch berichtet von ihrer Begegnung mit Friedrich Merz und den Folgen für ihren Alltag.
© Oliver Müller
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